Neapel

Reisebus stürzt 30 Meter tief

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Foto: In Italien kam es am Sonntagabend zu einem schweren Busunglück. Dutzende Menschen starben.

Rom - Ein voll besetzter Reisebus rast auf einer Autobahn in der Nähe von Neapel in ein Stauende und stürzt von einer Brücke. 39 Menschen kommen ums Leben, fast ein Dutzend wird verletzt. Den Helfern bietet sich ein Bild des Grauens.

Völlig zerfetzt liegt der Reisebus an einer Böschung, rund 30 Meter unterhalb der Autobahnbrücke. Trümmer und blutige Tücher liegen herum, viele Sitze sind bei dem Aufprall aus dem Bus gerissen worden. Bei dem schweren Busunglück bei Neapel in Süditalien bieten sich den Helfern schreckliche Bilder. Mehrere Meter tief ist der voll besetzte Bus gestürzt - die Passagiere hatten kaum eine Chance. Nur wenige der 48 Menschen an Bord können die Retter noch lebend aus dem Wrack ziehen.

"Die Rettungsarbeiten waren sehr schwierig, weil der Bus nur noch ein Trümmerhaufen war und die Passagiere zwischen dem Blech eingeklemmt wurden", sagt Feuerwehrkommandant Alessio Barbarulo der Nachrichtenagentur Ansa. Bei dem Aufprall wurde der Bus in zwei Teile gerissen, einige der Passagiere herausgeschleudert. Für die Reisegruppe aus der Nähe von Neapel in Süditalien sollte es ein entspannter Wochenendausflug werden. Insgesamt drei Tage waren die Reisenden, die sich untereinander gut kannten, unterwegs. Sie verbrachten das Wochenende in Telese Terme, nördlich von Neapel.

Als das Unglück am Sonntagabend geschah, waren sie auf der Rückreise kurz vor dem Ziel. Zunächst hatten Medien berichtet, die Gruppe sei auf einer Pilgerreise gewesen, dafür gab es jedoch keine Bestätigung. Den Berichten zufolge sollen auch viele Kinder und Jugendliche in dem Bus gewesen sein, bestätigt wurde das jedoch zunächst nicht. Unter den Überlebenden, die schwer verletzt in Krankenhäuser gebracht wurden, waren auch sechs Kinder.

Für Italien ist es eines der schwersten Busunglücke in der Landesgeschichte. Ministerpräsident Enrico Letta sagte seine für Montag geplante Reise nach Athen ab. "Das ist ein trauriger Tag", sagte er. "Es gibt keine Worte dafür." Die Leichen wurden zunächst mit Tüchern bedeckt neben das Wrack gelegt. Die Särge mit den Opfern wurden später in die Turnhalle des nahen Ortes Monteforte Irpino gebracht.

Hier trafen immer mehr Angehörige ein, um ihre Verwandten zu identifizieren. Sie weinten, lagen sich in den Armen, waren fassungslos. Viele von ihnen hatten aus dem Fernsehen von der Katastrophe erfahren. Auch der Busfahrer ist bei dem Unfall ums Leben gekommen, seine Leiche sollte auf Rückstände von Alkohol oder Drogen untersucht werden. Eine Überlebende berichtete, ein Reifen des Busses sei geplatzt, die Ermittler vermuteten Bremsprobleme als Unfallursache.

Bremsspuren gab es an der Unglücksstelle nicht. Verzweifelt hatte der Fahrer versucht, den Bus unter Kontrolle zu behalten. Er rammte auf der Autobahn 16 bei Neapel zunächst mehrere Autos - 14 Menschen darin wurden leicht verletzt. Dann schrammte der voll besetzte Bus an einer Betonmauer entlang, durchbrach schließlich die Leitplanke und stürzte in die Tiefe.

dpa

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