Bestände so hoch wie nie

Rekordzahlen bei Seehunden und Kegelrobben im Watt

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Foto: Die Bestände an Robben und Seehunden im Watt waren noch nie so hoch wie jetzt.

Wilhelmshaven - Babyboom und Zuwanderung lassen die Zahl von Seehunden und Kegelrobben im Watt von Deutschland, Dänemark und den Niederlanden ansteigen. Die Bestände waren noch nie so hoch wie derzeit.

Seehunde und Kegelrobben tummeln sich derzeit in Rekordzahlen im Wattenmeer. Internationale Experten haben neue Höchststände vor der Küste Deutschlands, Dänemarks und den Niederlanden beobachtet. Mit 26 220 Seehunden gab es einen neuen Spitzenwert seit Beginn der Zählungen 1975, teilte das Trilaterale Wattenmeersekretariat am Mittwoch in Wilhelmshaven mit. Die Gesamtpopulation stieg damit um fast elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Da viele Tiere im Wasser nicht erfasst wurden, wird ihre Zahl sogar auf 38 500 geschätzt. Auch die früher fast ausgerotteten Kegelrobben erreichten mit 4039 Exemplaren einen Höchstwert.

In Deutschland trieben sich die meisten Seehunde vor der Küste von Schleswig-Holstein (9268) herum, gefolgt von Niedersachsen und Hamburg (6457). In den Niederlanden wurden 6529 Tiere registriert, in Dänemark 3966. Mit 7267 Jungtieren setzte sich auch der leichte Babyboom fort. Zehn Prozent mehr junge Robben gab es in Schleswig-Holstein, bis zu 37 Prozent in Niedersachsen und Hamburg. In den Niederlanden gingen die Bestände dagegen um zwölf Prozent zurück. Ursache dafür könnte die Mobilität der Seehunde sein: Wenn sie während der Zählflüge nicht auf Sandbänken liegen, bleiben sie unentdeckt.

Die länderübergreifenden Zusammenarbeit beim Schutz der Seehunde wirke sich aus, sagte Jens Enemark aus Wilhelmshaven, der für die internationalen Zählungen verantwortlich ist. „Seit der Aufnahme des niederländisch-deutschen Wattenmeeres in die Unesco-Weltnaturerbeliste im Jahr 2009, haben wir die Verpflichtung, dieses einzigartige Stück Natur besonders zu schützen.“

Auffällig ist auch der Zuwachs bei den Kegelrobben um 22 Prozent. Experten führen dies neben einer höheren Geburtenrate auch auf zugewanderte Tiere aus britischen Gewässern zurück. Ob sich der Bau von Offshore-Anlagen auf die Bestände ausgewirkt hat, ist bisher nicht klar. Die Ruhezonen und Kinderstuben für Seehunde und Kegelrobben liegen entfernt von den Baustellen. Umweltschützer befürchten jedoch große Gefahren für Schweinswale durch den Unterwasserlärm.

dpa

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