Badeunfälle

Rettung auf Rechnung?

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Trotz Warnungen begeben sich viele Schwimmer an deutschen Gewässern immer wieder leichtsinnig in Lebensgefahr.

Saarbrücken - Allein am vergangenen Wochenende sind beim Baden 15 Menschen in Deutschland ertrunken, viele begeben sich trotz Warnung in Lebensgefahr. Die noch kostenlosen Rettungseinsätze für leichtsinnige Schwimmer stellt die DLRG nun in Frage. Folgt für die Rettung bald eine Rechnung?

Leichtsinnigen Schwimmern könnte nach aktuellen Überlegungen der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) die Rettung aus Lebensgefahr künftig in Rechnung gestellt werden. „Unter dem Eindruck dessen, was wir in den letzten Tagen erlebt haben, müssen wir darüber nachdenken“, sagte DLRG-Präsident Hans-Hubert Hatje der „Saarbrücker Zeitung“.

In der vergangenen Woche hatte es bundesweit mehrere tödliche Badeunfälle gegeben, bei einigen gilt Unvernunft als Ursache. Allein am vergangenen Wochenende kamen laut DLRG 15 Menschen in deutschen Gewässern ums Leben, 21 wurden vor dem Ertrinken gerettet. Am schlimmsten waren die Ostseeküsten wegen extremer Wind- und Strömungslage betroffen.

In den Küstenländern gibt es laut Hatje Bestrebungen, die Rettungsdienstgesetze entsprechend zu ändern. Bußgeld für Schwimmer, die trotz Warnungen ins Wasser gehen, lehnte Hatje jedoch ab.Die DRK-Wasserwacht Mecklenburg-Vorpommern hatte Sanktionen für den Verstoß gegen die warnenden roten Flaggen gefordert.

Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Birgit Hesse (SPD) wies diese Forderung zurück. „Wer sein Leben sinnlos aufs Spiel setzt, den werden auch Bußgelder nicht davon abhalten“, sagte sie am Freitag. Die DLRG rechnete damit, dass sich die Gefährdungslage an der Ostsee zum Wochenende beruhigt. „Es flaut langsam ab“, sagte der Leiter des Zentralen Wasserrettungsdiensts Küste, Peter Sieman.

dpa/sag

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