Ostfriesland

Riesen-Erdgasspeicher eingeweiht

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Foto: Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode weiht den neuen Erdgasspeicher in Ostfriesland ein.

Friedeburg - Ein riesiger Salzstock in Ostfriesland wird zu einem der größten europäischen Erdgasspeicher ausgebaut. Er soll für Sicherheit bei der Versorgung der Kunden dienen, aber auch Preisschwankungen auf dem Markt abfedern. Das Geschäft macht Anwohnern große Sorgen.

Eine der größten europäischen Speicheranlagen für Erdgas ist am Donnerstag im ostfriesischen Friedeburg (Kreis Wittmund) eingeweiht worden. Der Erdgasspeicher Etzel hat nach Angaben von Eon im Endausbau eine Kapazität von rund zwei Milliarden Kubikmetern. Damit ließen sich rund 800.000 Haushalte ein Jahr mit Gas versorgen.

Die Speicher könnten bei kurzfristigen Schwankungen des Gasbedarfs - etwa bei strengen Wintern – als Puffer genutzt werden, um Engpässe zu verhindern, sagte Eon Gas Storage-Geschäftsführer Peter Klingenberger. „Ohne Gasspeicher hätten wir im vorigen harten Kältewinter den ersten deutschen „Gas-Blackout“ erlebt.“ Anwohner und eine Bürgerinitiative warnen dagegen vor ungeklärten Risiken wie Bodenabsenkungen oder einer Veränderung des Grundwasserspiegels.

Das Leuchtturmprojekt Etzel sei eine „zentrale Drehscheibe für Deutschlands Gasversorgung“, sagte Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) bei der Einweihung. Denn Untertagespeicher für Erdgas spielten auch bei der Energiewende eine Schlüsselrolle. Der fossile Brennstoff werde noch Jahrzehnte benötigt. Erdgas habe nur geringe Emissionen, sei zudem speicherbar und könne schnell wieder abgerufen werden.

Bode erhofft sich zudem durch Forschungen zur Umwandlung von Windstrom in Gas neue Perspektiven. “Überschüssige Wind- und Sonnenenergie könnte mit dieser Technik in synthetisches Erdgas umgewandelt und problemlos in unser Erdgasnetz und unsere Erdgasspeicher eingespeist werden“, sagte der Minister. Derartige Projekte sind allerdings auf absehbare Zeit noch nicht marktreif.

Anwohner und die Bürgerinitiative „Lebensqualität“ verfolgen den Ausbau des weiträumigen Kavernengeländes seit zwei Jahren mit großem Misstrauen. Kritiker warnen vor unkalkulierbaren Folgen für die Landschaft und Natur bei mehr als 100 geplanten unterirdischen Anlagen. Zudem müssten Gebäudeschäden geregelt werden. Die Grünen forderten im Landtag bereits einen Ausbaustopp und eine Reform des Bergrechts für mehr Bürgerbeteiligung.

dpa

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