Designer Outlet Center

Riesenansturm bei Outlet-Eröffnung

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Foto: Hunderte Besucher warteten am Donnerstag auf die Eröffnung des Centers.

Soltau - Die Eröffnung des Designer Outlet Center (DOC) in der Heide hat am Donnerstag zu Verkehrsproblemen bis auf die Autobahn geführt. Rund um die A 7-Ausfahrt Soltau Ost staute sich der Verkehr in drei Richtungen, die Abfahrt musste für Fahrzeuge aus Richtung Hannover für eine Dreiviertelstunde gesperrt werden.

Auf der Bundesstraße 71 enstanden am Vormittag Staus von jeweils vier Kilometer Länge. Autos parkten auf den Grünstreifen bis zur Autobahn - offenbar auch weil die Einweiser Mühe hatten, die mehr als 1200 Parkplätze zügig zu belegen. Die Polizei Heidekreis, die den Kreuzungsverkehr stundenlang regelte, hatte mit solchem Ansturm nicht gerechnet. „Wir werden auf Nachbesserungen beim Anreiseverkehr drängen“, sagte Sprecher Detlev Maske.

Die Betreiber dagegen freuten sich über den Andrang. „Auch bei anderen Centern gab es am ersten Tag Staus, weil viele ganz pünktlich zur Eröffnung da sein wollen“, sagte eine Sprecherin. Am Donnerstag sammelten sich schon zwei Stunden vor dem Durchschneiden des Bandes Hunderte vor dem Tor. Viele waren von weither gekommen, um das lange angekündigte Heide-Outlet zu sehen. Ingo und Jacqueline Lenze aus Syke (Kreis Diepholz) etwa nutzten einen Urlaubstag für den Ausflug. „Das ist hier richtig groß“, meinte das Paar. Marianne Bading war mit Mann und Enkeln aus Wustrow im Wendland angereist. „Die Neugierde treibt uns hierher“, sagte die Rentnerin. „Und wir haben Zeit.“

Die Ungeduld wuchs dann doch, als Investorin Sylvie Mutschler und Ehrengäste, bevor sie gemeinsam das rosa Einlassband durchschnitten, noch einige Worte ans Publikum richteten. Mutschler erinnerte an die Schwierigkeiten bei der 15 Jahre währenden Planung. „Gutachten und Gerichtsverfahren haben Millionen gekostet“, sagte sie. „Wir waren manchmal davor aufzugeben“, ergänzte Soltaus Bürgermeister Wilhelm Ruhkopf. Denn der Standort war höchst umstritten: Vor allem Mitbewerber Bispingen kämpfte vor Gericht, noch als das Land sich 2009 nach gründlicher Prüfung für Soltau entschieden hatte; auch Bad Fallingbostel war da aus dem Rennen. Widerstand kam zudem vom Einzelhandel im weiten Umkreis, er fürchtet um die Stadtzentren. „Geht auch in die Innenstädte“, warb denn auch Ruhkopf am Donnerstag.

Werbung für die Attraktionen der Heide war von Anfang an ein vom Land vorgeschriebener Teil des Outlet-Konzepts. Der Tourismusverband verteilt drinnen Broschüren etwa zu den Freizeitparks, Schäfer und Schnucken aus Plastik schmücken eines der acht Fachwerkhäuschen des Marktes. Auf Tapeten leuchtet Heidekraut, und noch Minuten vor der Eröffnung arrangierten Mitarbeiter Töpfe mit - echten - lila blühenden Pflanzen. Später gab Heidekönigin Inga Malin Peters Autogramme.

Bei den Besuchern kam das nachgebaute Heideidyll gut an. „Das hat Charme“, meinte auch Landwirtin Anke Spindler aus Soltau. Die 52-Jährige verkaufte auf dem Gelände Honig und Heidelbeersaft. Die langen Kundenschlangen bildeten sich allerdings in den Läden der Markenhersteller. Schließlich versprechen Nike, Lacoste, Fossil und Co. Outlet-Rabatte bis zu 70 Prozent. Angesichts des Gedränges entschied sich mancher Besucher indes, lieber ein andermal in Ruhe zu stöbern. Familie Bading aus Wustrow fuhr sogar noch zur Lüneburger Innenstadt weiter.

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