Missverständliche Aussprache

Sächsische Kundin bucht Bordeaux statt Porto

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Foto: Auf geht's nach Bordeaux – oder Porto.

Stuttgart - Bei undeutlicher Aussprache ist eine Buchung mit dem falschen Reiseziel gültig. Das entschied das Amtsgericht Stuttgart-Bad Cannstatt. Eine sächsische Kundin hatte im Reisebüro den gewünschten Zielort Porto dialektbedingt falsch ausgesprochen und eine Reise nach Bordeaux gebucht. Sie muss dennoch zahlen.

Eine Reisebuchung ist auch dann gültig, wenn die Mitarbeiterin eines Reiseunternehmens den Zielort wegen undeutlicher Aussprache des Kunden falsch verstanden hat. Der Kunde ist dafür verantwortlich, dass der Mitarbeiter ihn richtig versteht, urteilte das Amtsgericht Stuttgart-Bad Cannstatt (Az.: 12 C 3263/11). Das berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrer Zeitschrift „ReiseRecht aktuell“.

In dem Fall hatte eine Kundin einen Flug nach Porto buchen wollen. Die Mitarbeiterin des Reiseunternehmens buchte jedoch einen Flug nach Bordeaux und forderte vor Gericht den Reisepreis ein. Die aus Sachsen stammende Beklagte habe den Zielort zu undeutlich genannt. Vor der verbindlichen Buchung habe sie zweimal in korrekter hochdeutscher Sprache die Flugroute genannt, erklärte die Mitarbeiterin. Insofern sei ein wirksamer Vertrag mit dem Reiseziel Bordeaux zustande gekommen. Dieser Auffassung folgte das Gericht. Die Kundin musste den Reisepreis in Höhe von 294 Euro zahlen.

dpa

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