Polizei ermittelt

Säureangriffe auf Hamburger S-Bahnhöfe

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Foto: Immer häufiger beschmieren Unbekannte S-Bahnhöfe und Züge in Hamburg mit Flusssäure. Besonders die S1 ist betroffen.

Hamburg - Mit Säure beschmierte Wände und fleckige Scheiben: Seit rund einer Woche sprühen Unbekannte Flusssäure an Fenster, Plakatscheiben, Geld-und Fahrkartenautomaten in Hamburger S-Bahnhöfen. Elf Fälle wurden in den vergangenen Tagen gezählt, sagte Bundespolizei-Sprecher Rüdiger Carstens am Freitag.

„Etching" wird das Zerkratzen von Glasscheiben, besonders an Einrichtungen des öffentlichen Personenverkehrs, im Fachjargon genannt. Die wässrige Lösung wird in der Industrie unter anderem zum Ätzen von Glas und Metallen benutzt. Die stechend riechende farblose Flüssigkeit wirkt bei Berührung sofort stark ätzend.

Schwerpunkt der „Säure-Anschläge" sei der Bereich rund um den Bahnhof in Hamburg-Altona - laut Bundespolizei seien sie vor allem entlang der S-Bahn Linie 1 aufgefallen. „Die Häufigkeit dieser Vorfälle in Hamburg ist neu, das haben wir so noch nicht erlebt", sagte Carstens. Vereinzelte Sachbeschädigung habe es gegeben, aber nicht in diesem Ausmaß. Das bestätigte am Freitag auch die Deutsche Bahn. „Leider gibt es aktuell verstärkt Flusssäureangriffe nicht nur bei der DB", teilte die Bahnsprecherin mit.

Wird ein Vorfall entdeckt, werde der betroffene Bereich sofort abgesperrt um Reisende und Bahnhofsbesucher zu schützen, wie eine Bahnsprecherin mitteilte. Anschließend werde dieser gereinigt und wieder freigegeben. Ein Mitarbeiter der Deutschen Bahn sei bereits verletzt worden. Fahrgäste seien bisher nicht zu Schaden gekommen.

Die mit Säure verunreinigten Flächen seien mit einfachen Mitteln nicht zu reinigen, sagte die Sprecherin. Die professionelle Reinigung werde von der Feuerwehr übernommen, oder die entsprechenden Stellen mit Plakaten überklebt.

Mit zusätzlichem Personal und mit Hilfe von Videokameras wollen die Beamten jetzt den Schmierfinken auf die Schliche kommen. „Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren", so der Sprecher.

dpa

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