Lager sind leer

Sandsäcke gehen zur Neige

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Braunschweig - Das Wasser drückt auf die Deiche in den Überschwemmungsgebieten – helfen sollen da vor allem Sandsäcke. Doch die jetzt dringend benötigten Säcke gehen zur Neige. Die Lager der Händler sind leer, Restbestände schnell aufgekauft – und schwarze Schafe der Branche wollen von der Not profitieren.

Sie werden dringend benötigt, sind derzeit jedoch schwer zu beschaffen. Behörden, Feuerwehren oder Privatleute, die mit Sandsäcken Häuser und Dämme schützen wollen, brauchen vor allem Glück. Die Lagerbestände in Deutschland sind weitgehend leergeräumt. "Sie gehen zur Neige", bestätigt der Geschäftsführer der Seidel GmbH aus Braunschweig, Stefan Seidel. Der Sandsack-Händler hat in den vergangenen Tagen nach eigener Aussage etwa vier Millionen Exemplare an den Mann gebracht – "etwa die doppelte Menge, die wir sonst jährlich verkaufen".

Ein Restbestand von einigen tausend Stück sei jetzt noch übrig, eine Lieferung mit 400.000 Säcken werde zudem erwartet. "Wir haben alles zusammengekauft, was sich irgendwie als Sandsack verwenden ließ." Doch das könne sich schnell ändern, sagt Seidel. Innerhalb kurzer Zeit könnten die Bestände wieder verkauft sein.

Kritik übt Seidel an Händlern, die die Not der vom Hochwasser betroffenen Menschen ausnutzten. Schwarze Schafe in der Branche hätten Säcke für ein Vielfaches des normalen Preises angeboten. "Von solchen Händlern müssen wir uns ausdrücklich distanzieren." Laut Seidel kostet ein Sandsack normalerweise etwa 20 Cent, in Hochwasserzeiten auch bis zu 40 Cent, derzeit seien aber auch Exemplare für einen Euro auf dem Markt.

Ist die Flut vorbei, müssen Feuerwehren und Behörden ihre Bestände wieder aufstocken. Viele gebrauchte Sandsäcke sind vom Schmutz im Hochwasser kontaminiert und nicht mehr zu verwenden. Auch diese Ersatzbeschaffung werde laut Seidel ein Problem, denn in Europa würden kaum Sandsäcke hergestellt. Lieferungen kommen aus Fernost, die Schiffe brauchen Wochen, bis sie in Europa anlanden.

rah

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