Reparaturkosten gehen in die Millionen

Sanierungsstau in Gedenkstätte Bergen-Belsen

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Die Gedenkstätte Bergen-Belsen muss umfassend saniert werden - die Kosten gehen in die Millionen.

Hannover - Im kommenden Jahr soll im ehemaligen Konzentrationslager Bergen-Belsen der 70. Jahrestag der Befreiung feierlich begangen werden. Doch bis dahin ist noch viel zu tun: Die Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten hat in Bergen-Belsen einen akuten Sanierungsstau ausgemacht.

Die Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten geht kurzfristig von rund einer Million Euro aus, langfristig geht es sogar um fünf Millionen Euro. „Der Sanierungsstau ist jetzt von mir ermittelt worden“, sagte der Geschäftsführer der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten, Jens-Christian Wagner. Zu den größten Problemen zählt der Obelisk auf dem Gedenkstättengelände: Aus den Fugen des Denkmals ist im Laufe der Jahre der Mörtel gebröckelt, vor allem im oberen Bereich drohten sich Steine zu lockern. Der Schaden sei bei einer routinemäßigen Begehung aufgefallen, sagte Stephanie Billib, Sprecherin der Stiftung. Der Obelisk sei damit zu einer Gefahr für Besucher des ehemaligen Konzentrationslagers geworden. Rund 300.000 Euro sollen die Reparaturarbeiten kosten, die bereits im Sommer beschlossen wurden und auch schon begonnen haben.

Ein weiteres Problem sei die notwendige Überarbeitung der Kläranlage, sagte Billib. Bislang gebe es in Bergen-Belsen eine Biokläranlage, die nur auf eine kleine Zahl von Besuchern ausgelegt sei. Seit 2007 das neue Besucher- und Dokumentationszentrum eröffnet wurde, haben die Besucherzahlen aber stetig zugenommen. Inzwischen besuchen etwa 250.000 Menschen jährlich Bergen-Belsen. Nötig sei deshalb der Bau einer Druckrohrleitung zum Klärwerk Loheide – die Kosten dafür werden auf insgesamt 350.000 Euro geschätzt.

Ähnlich teuer werde wohl die Reparatur eines Dachs über der historischen Entlausungsstation. Das Dach war vor einigen Jahren unter der Last von Schnee eingestürzt. Zunächst hatte das staatliche Baumanagement die Reparaturkosten auf 250.000 Euro geschätzt, mittlerweile geht der Stiftungsvorstand aber von Kosten in Höhe von 400.000 Euro aus. Das sei zu viel, hieß es, deshalb wurde dieses Projekt zunächst verschoben. Die Arbeiten am Mahnmal sollen zum 70. Jahrestag der Befreiung des KZ abgeschlossen sein. Zu der Gedenkfeier im April 2015 werden Überlebende und deren Angehörige aus aller Welt erwartet.Das Land Niedersachsen hatte die niedersächsischen Gedenkstätten im vergangenen Jahr mit knapp 2,6 Millionen Euro unterstützt, ab diesem Jahr ist es eine Million Euro mehr. Die Finanzlage sei angespannt, aber auskömmlich, sagte ein Sprecher der Landesregierung.

Von Heiko Randermann

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