Künftiges Atommülllager

Im Schacht Konrad rotieren die Bagger

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Im künftigen Atommülllager Schacht Konrad arbeiten derzeit die Bagger und Bohrer.

Salzgitter - Im künftigen Atommülllager Schacht Konrad arbeiten derzeit die Bagger und Bohrer. Das frühere Eisenerzbergwerk bei Salzgitter wird zum Endlager für schwach- und mittelradioaktiven Müll ausgebaut.

In diesem Jahr werden etwa 185 Millionen Euro für die Bauarbeiten unter Tage wie auch um den alten Schacht herum ausgegeben, schätzt das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Salzgitter. Insgesamt wird die Einrichtung des Lagers mindestens 2,9 Milliarden Euro kosten. Einen konkreten Eröffnungstermin kann BfS-Sprecher Florian Emrich indes noch nicht nennen. Der zuletzt geplante Termin 2022 sei ungewiss. Aber der Bau des ersten nach Atomrecht genehmigten Endlagers sei in vollem Gange, sagt Emrich: „Im Vordergrund steht zunächst die Sicherheit und dann erst der Zeitpunkt, zu dem die ersten Abfälle angeliefert werden können.“

Die Deutsche Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern (DBE), die die Planung verfolgt, hatte zuletzt das Jahr 2022 als möglichen Eröffnungstermin genannt. Doch diesen Termin hält das Strahlenschutzamt für „nicht belastbar“. Genehmigt wurde Schacht Konrad als Endlager im Jahr 2002. Doch habe man erst im Jahr 2007 mit den Planungen für die Umbauarbeiten beginnen können, weil erst dann das Bundesverwaltungsgericht den Planfeststellungsbeschluss höchstrichterlich bestätigt hatte. Bis zu diesem Zeitpunkt waren bereits 930 Millionen Euro in das Projekt geflossen, das mit dem geplanten Rückbau von Kernkraftwerken immer wichtiger werden wird. Das BfS betont, dass Konrad das erste Endlager sein wird, das nach dem strengen Atomrecht gebaut wird. Deshalb habe man alle Planungen aus den achtziger Jahren überarbeiten müssen.

Dass man jetzt keinen Abfall aus dem komplett abgerissenen AKW Würgassen einlagern könne, habe aber nichts mit den Verzögerungen bei Konrad zu tun, betont das BfS. Denn die dort in einem Zwischenlager am abgerissenen Kernkraftwerk befindlichen schwach- und mittelradioaktiven Abfälle seien noch nicht so vorbereitet, dass sie in Konrad eingelagert werden könnten.

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