Angriffe auf Nutztiere

Schäfer werden für Wolfsopfer entschädigt

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Foto: Wehrlose Schafe sind für den Wolf einfache Beute. Schäfer sollen den Schaden durch Wolfsrisse ersetzt bekommen.

Hannover - Der Wolf ist zurück in Niedersachsen, erst kürzlich wurden die ersten freilebenden Wolfswelpen fotografiert. Doch die Rückkehr bringt auch Streitpunkte mit sich. Schäfer, deren Vieh von Wölfen gerissen wird, sollen daher nun für Opfer entschädigt werden.

Niedersachsens Schäfer sollen für nachweislich von Wölfen gerissene Tiere finanziell entschädigt werden. Das erklärte eine Sprecherin des Umweltministeriums am Mittwoch in Hannover, nachdem in der vergangenen Woche bei Munster erneut gerissene Schafe gefunden worden waren. Mitte Juni waren in der Nähe erstmals zwei Wölfe in eine Fotofalle getappt.

Für Wolfsschäden ist der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) zuständig. „Jeder Schäfer kann beim NLWKN einen Antrag stellen, und wenn nachgewiesen ist, dass es ein Wolfsbiss ist, kriegt er den Schaden ersetzt“, hieß es in Hannover.

Die Untersuchung bezahle ebenfalls das Land, bestätigte ein NLWKN-Sprecher in Norden. Typisch für einen Wolfsriss sei der Kehlbiss. Auch die Zahnabdrücke ließen auf den Urheber schließen. Am sichersten sei aber eine DNA-Analyse.

Die „Böhme-Zeitung“ in Soltau hatte über ein gerissenes Mutterschaf und zwei tote Lämmer in Breloh bei Munster am Rand des dortigen Truppenübungsplatzes berichtet. Es habe sich dabei um den ersten Angriff auf Nutztiere in der Heide und den dritten derartigen Fall in Niedersachsen allein in diesem Jahr gehandelt.

„So etwas kann man nicht ausschließen, wenn wieder Wölfe im Land sind“, erklärte die Sprecherin des Umweltministeriums Silke Schaar. „Es ist ja nicht so, dass Menschen betroffen waren.“ Der Vorfall ändere nichts an der grundsätzlich positiven Einstellung zur Rückkehr der Wölfe nach Niedersachsen, betonte sie. Im Land gebe es mehr als 40 ehrenamtliche Wolfsberater, die aufklären würden, wie Schafe geschützt werden können. „Angesichts der Rückkehr der Wölfe muss man sich aber wohl darauf einstellen, dass sich einiges ändern wird“, erinnerte Schaar.

Nicht nur die gerissenen Schafe müssten ersetzt werden, sondern auch Vorsorgemaßnahmen und Folgeschäden, fordert die Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände seit langem. „Eine Akzeptanz bei den Schäfern ist nur dann zu erwarten, wenn im Rahmen gemeinsam entwickelter Management-Programme etwa speziell ausgebildete Herdenschutzhunde und höhere Zäune zu hundert Prozent übernommen werden“, hieß es am Mittwoch beim VDL in Berlin.

dpa/sag

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