Der Skipisten-Test

Schlägt der Snow Dome den Wurmberg?

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Ski fahren in Niedersachsen - geht das auch bei deutlichen Plusgraden? Test am Wurmberg bei Braunlage.

Hannover - Plusgrade und Regen in Hannover – trotzdem kann man in Niedersachsen an gleich zwei Orten Ski fahren. Die Frage ist nur: Harz oder Heide? Ein Test im Schnee.

Der Wettermoderator im Radio macht früh am Morgen wenig Hoffnung: Plusgrade und Regen in Hannover. So geht das schon seit Tagen, von einem echten Winter keine Spur. Wir wollen dennoch Ski fahren, und zwar in Niedersachsen. Im Internet heißt es, auf dem Wurmberg liege Schnee, neun von 14 Pisten sollen geöffnet sein - unglaublich eigentlich, aber die neue Beschneiungsanlage hat’s wohl möglich gemacht. Sollen wir also den Weg in Niedersachsens höchstes Skigebiet wagen oder doch lieber sichergehen und in die Skihalle nach Bispingen fahren? Harz oder Heide, Berg oder Tiefkühlhalle? Wir entschließen uns gegen ein Entweder-oder und fahren am selben Tag in Harz und Heide. Wir haben den Test gemacht: Wo in Niedersachsen lässt sich besser Ski fahren, wenn die Wetterbedingungen eigentlich dagegensprechen?

Die Schneelage: Viel ist nicht übrig vom Schnee, der nach Weihnachten auf dem Wurmberg gefallen war - unterstützt von 99 Schneelanzen und zwölf Schneekanonen. Es war zu warm in den vergangenen Tagen. Dennoch sind etliche Skifahrer auf neun geöffneten Pisten unterwegs. Sogar aus Manchester sind sechs Touristen angereist. „In England liegt mehr Schnee“, scherzt Kate. Die Pisten sind bretthart - nichts für Anfänger, aber es geht. Und die Aussichten sind gut: Zuletzt ist Neuschnee gefallen, es wird wieder kälter, sodass Seilbahnbetreiber Dirk Nüsse die Beschneiungsanlagen auch wieder anwerfen kann.

Über das Wetter sollen andere reden: Im Snow Dome in Bispingen fahren wir über eine bestens präparierte Piste - der Untergrund fährt sich deutlich angenehmer als auf dem Wurmberg.

Die Pisten: Wir fahren mit dem Sessellift vom Hexenritt zum Wurmberggipfel hoch und haben dort die Wahl zwischen mehreren Abfahrten. Wir nehmen zunächst die Panoramaabfahrt Richtung Braunlage bis zur Mittelstation. Auch der Sonnenhang, die Obere Große Wurmbergabfahrt, die steile Hexenrittpiste und der Skiweg Hexenritt stehen uns zur Verfügung. Die Abfahrten sind gut bevölkert, aber nicht überfüllt. Fünf Freunde aus der Nähe von Zwickau erklären uns, dass wir nicht den besten Tag erwischt haben. In den vergangenen Tagen seien die Pisten deutlich geschmeidiger gewesen. Sie sind dennoch zufrieden. „Ist doch prima.“

In Bispingen gibt es im Snow Dome nur eine Richtung: hoch und wieder runter. Die Liftfahrt dauert etwa drei Minuten. Wieder unten ist man je nach Fahrstil schneller bis deutlich schneller. Wir treffen viele Eltern, die ihren Kleinkindern das Skifahren beibringen - und ein Paar aus Bremen, das erstmals mit dem Snowboard übt.

Das Fazit: Bei der Auswahl der Pisten ist der Wurmberg vorn, Bispingen punktet beim Schnee, ist aber nichts für ambitionierte Fahrer. Wer das Vergnügen sucht, sollte auf frischen Schnee im Harz warten.

Zahlen und Fakten

Wurmberg in Braunlage

Abfahrt: Neun Kilometer auf 14 Pisten (derzeit nicht alle geöffnet). Tageskarte: 31 Euro, Kinder 15 Euro, 19 Euro für Schüler und Studenten. Skiverleih: 20 bis 23 Euro pro Tag, Kinder: 14 Euro (Ski- oder Snowboard-Set). Parken: Insgesamt 1000 Parkplätze an der Talstation der Seilbahn (400) und am Hexenritt (600), 5 Euro Parkgebühr pro Tag. Anreise: Mit dem Auto über die A 7, B 82, B 6 und B 4, etwa 1,5 Stunden ab Hannover.www.wurmberg-seilbahn.de

Snow Dome Bispingen

Abfahrt: Die Piste im Snow Dome ist 300 Meter lang und bis zu 100 Meter breit. Tageskarte: 36 Euro,
22 Euro für Kinder von sechs bis zwölf Jahren. Skiverleih: 8 Euro pro Tag (Ski und Stöcke oder Snowboard). Schuhe: 5,50 Euro. Parken: Die 570 Parkplätze an der Skihalle sind kostenlos. Anreise: Über die A 352 und die A 7 Richtung Hamburg, Abfahrt Bispingen, etwa 45 Minuten ab Hannover.www.snow-dome.de

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