Für drei Millionen Euro

Schloss der Kelly Family zwangsversteigert

+
Das ehemalige Schloss der Kelly Family hat einen neuen Besitzer.

Brühl - Am Anfang stand der Traum vom eigenen Schloss, am Ende waren die Kellys einfach nur froh, als sie's wieder loswurden. Ein reicher Kölner zieht jetzt in Schloss Gymnich ein. Für drei Millionen Euro ersteigerte er den Sitz der Musikerfamilie.

Schloss Gymnich bei Bonn ist nicht länger Sitz der Kelly Family: Das Wasserschloss wurde am Dienstag im Amtsgericht Brühl für mehr als drei Millionen Euro zwangsversteigert. Der Privatier Gerd Overlack (67), ein ehemaliger Kölner Industrieversicherungsmakler, ersteigerte das frühere Gästehaus der Bundesregierung nach einem Bieterkampf gegen eine Schweizer Aktiengesellschaft. Der genaue Preis betrug 3.050.000 Euro.

Joey Kelly (39) zeigte sich anschließend überaus erleichtert. „Es ist ein ganz großer Tag für mich“, sagte er. „Die Immobilie war ein Traum von meinem Vater, der nicht aufgegangen ist. Mein Vater lebt nicht mehr, ich glaube, er wäre sehr stolz, wenn er gewusst hätte, dass Herr Overlack das Schloss übernimmt.“

Das Anwesen war 1998 von der Kelly Family erworben worden. Zuletzt konnten sich die zwölf Familienmitglieder nicht mehr auf einen Verkauf oder eine Nachnutzung einigen. Ihre Gläubigerbank ließ das Gebäude deshalb zwangsversteigern.

Overlack will mit seiner Frau selbst in das Schloss einziehen und im übrigen ein Hotel und ein Restaurant dort unterbringen. „Es muss eine Nutzung sein, die es uns erlaubt, die laufenden Unterhaltskosten zu bezahlen“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Gewinn wolle er mit dem Gebäude nicht machen. Auch eine Ausflugsgastronomie könne er sich vorstellen, damit wenigstens ein Teil des Gebäudes auch für die Bevölkerung zugänglich sei. Dass es einen Markt für ein gehobenes Hotel auf Schloss Gymnich gebe, stehe außer Frage. Overlack verwies auf die bewegte Geschichte des ehemaligen Gästehauses der Bundesregierung, in dem unter anderem die Queen und US-Präsident Richard Nixon übernachtet hatten.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare