Bremervörde kältester Ort

Schnee im Flachland im Oktober

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In der Nacht zum Sonnabend hat es auch im Flachland geschneit.

Offenbach - Da rieben sich am Sonnabendmorgen viele Menschen überrascht die Augen: Eingeschneite Autos, Glatteis auf den Straßen. Letztes Wochenende konnte man doch noch im T-Shirt im Café sitzen!

Zum ersten Mal seit Jahrzehnten hat es in Deutschland im Oktober bis ins Flachland geschneit. „Das kommt vielleicht alle 30 bis 40 Jahre vor“, sagte Meteorologe Christoph Hartmann vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Sonnabend. Innerhalb einer Woche seien die Temperaturen um 20 Grad gefallen - auch das sei „sehr, sehr selten“. „So eine Wetterlage erlebt man als Meteorologe vielleicht ein oder zweimal im Leben.“

Am kältesten war es in der Nacht mit 5,8 Grad unter Null in Bremervörde. In den meisten Orten lagen die Temperaturen um die null Grad. Am wärmsten war es am Sonnabendmorgen in Süddeutschland, weil dort die Kaltluft die warme Luft noch nicht vollständig verdrängt hatte. „Aber auch dort wird es stündlich kälter.“

Der meiste Schnee fiel in der Nacht im Erzgebirge - 17 Zentimeter Neuschnee. An vielen Messstationen fiel Schnee, an denen das noch nie im Oktober der Fall war, seit die Geräte dort stehen. In Leipzig etwa sammelten sich über Nacht fünf Zentimeter Flocken an.

Der Temperatursturz kam nicht über Nacht, sondern innerhalb einer Woche, hat den Meteorologen aber trotzdem „einen Rieseneindruck gemacht“, wie Hartmann sagte. Am letzten Wochenende hatte es in manchen Orten noch 25 Grad, wenige Tage später braucht man Winterreifen und Stiefel. Der verfrühte Winter bleibt uns am Wochenende erhalten, sagte der DWD. Ab Mittwoch wird es wieder wärmer.

dpa

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