Enkeltrick

Schockanrufer zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt

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Foto: Zwei Männer aus Litauen haben alte Menschen am Telefon terrorisiert und sie um Geld betrogen.

Göttingen - Die Opfer kommen meist aus demselben Land wie die Täter. Zwei sogenannte Enkeltrick-Betrüger sind in Göttingen zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden.

Sie verängstigten alte Menschen am Telefon und nahmen ihnen Geld ab. Dafür sind zwei Männer aus Litauen am Mittwoch zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Konkret ging es um drei Fälle in Göttingen-Grone, Uslar (Kreis Northeim) und Paderborn und um erbeutete Summen von 12.000, 3000 und 15.000 Euro. Ein 29 Jahre alter, in der Heimat wegen Mordes verurteilter Litauer muss drei Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Sein 49 Jahre alter Komplize, der als Fahrer angeheuert worden war, erhielt drei Jahre und drei Monate.

Die Hintermänner der Verbrechen, die als Enkeltrick mit Schockanruf bekannt geworden sind, sitzen in Litauen. Immerhin haben die geständigen Angeklagten Namen genannt, sodass dort jetzt ermittelt werden kann.

Festgenommen wurden die Geldabholer nach der Tat bei Paderborn. Dort hatten sie 15.000 Euro von einem 90 Jahre alten Deutschrussen abgeholt, dem ein Anrufer in russischer Sprache vorgegaukelt hatte, sein Sohn sei verunglückt. Mit der Behauptung, der Sohn könne sich durch eine Geldzahlung vor Verfolgung durch die Justiz retten, obwohl er ein Mädchen angefahren und schwer verletzt habe, waren dem alten Mann die Ersparnisse abgeschwatzt worden. Der mutmaßlich aus Litauen anrufende Haupttäter gab sich als Rechtsanwalt aus und hielt den alten Mann so lange am Telefon hin, bis der Geldbote an der Tür klingelte und ihn abholte. Bei alldem hörte die Polizei mit. Sie hatte die Bande im Visier und überwachte die Gespräche aus Litauen. Minuten nach der Geldübergabe war sie am Tatort, sah den Wagen der Täter noch wegfahren und schlug zu.

Die Verurteilten, meint das Gericht, seien die kleinsten Rädchen des Apparates gewesen. Sie selbst verteidigten sich damit, dass sie wegen Schulden aus der Haftzeit zum Mitmachen gezwungen worden seien, beziehungsweise dass sie als Fahrer unfreiwillig mitmachten.

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