Nachhaltigkeit rückt mehr in den Fokus

Schoko-Weihnachtsmänner kommen nicht aus der Mode

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Jürgen Rausch in seiner Produktionsstätte in Peine. Trotz aller Krisen ist nach Angaben des Branchenverbandes der deutschen Schokoladenhersteller der Markt der Schokoladenweihnachtsmänner stabil.

Peine/Köln - Was wäre die Adventszeit ohne Süßes? Auch in diesem Jahr sind wieder mehr als 140 Millionen Weihnachtsmänner über die Fließbänder der deutschen Schokoladenhersteller gegangen. Trotz aller Krisen ist der Markt nach Angaben des Branchenverbandes stabil.

In der Adventszeit erwachen sie regelmäßig zu einem kurzen Leben: Nikoläuse und Weihnachtsmänner aus Schokolade. Rund 140 Millionen der weihnachtlichen Schokofiguren fertig die deutsche Schokoladenindustrie Jahr für Jahr - danach könnte jeder der 82 Millionen Bundesbürger mindestens einen vernaschen. „Der Weihnachtsmann kommt nicht aus der Mode“, sagt Torben Erbrath vom Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI).

„Der Markt ist stabil“, versichert Erbrath. Gestiegene Rohstoffkosten bei Zucker und Kakao hätten zwar den Preis der Schokolade leicht steigen lassen, doch die Bundesbürger liebten das dunkle Gold wie kaum ein anderes Volk: 9,6 Kilogramm Schokolade verzehrt jeder Deutsche, nur die Schweizer schaffen noch einige Gramm mehr.

Einen deutlichen, noch nicht bezifferbaren Knick habe die Branche durch die mittlerweile relativierte Meldung von Stiftung Warentest hinnehmen müssen, dass einige Adventskalender mit schädlichen Stoffen belastet seien. „2011 wurden 62 Millionen Adventskalender produziert, die Zahl wird in diesem Jahr ähnlich sein. Ein großer Teil wurde vorsorglich aus den Regalen genommen und die Verbraucher sind verunsichert“, bedauert Erbrath. Dabei habe das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) Entwarnung gegeben.

Weihnachten und Ostern sind nach wie vor für die Schokoladenfirmen die wichtigsten Zeiten. Rund um die beiden Feste macht die Branche etwa die Hälfte ihres jährlichen Umsatzes von insgesamt knapp fünf Milliarden Euro.

Zu den wenigen Ausnahmen gehört der Edelschokoladen-Hersteller Rausch aus Peine: „Nur 20 Prozent unserer Produktion sind Saisonartikel“, versichert Firmenchef Jürgen Rausch. Aussagen zum Umsatz macht der Inhaber des Familienunternehmens nicht. In seiner Fabrik am Rande von Peine, die in den vergangenen Jahren kontinuierlich auf 64 000 Quadratmeter Produktionsfläche gewachsen ist, arbeiten rund 500 Beschäftigte.

Rausch setzt auf Qualität. „Wir verwenden für alle Produkte nur Edelkakao“, versichert er. Weltweit wurden im vergangenen Jahr 4,3 vier Millionen Tonnen Kakao geerntet, davon sind laut Rüdiger Funke vom „Info-Zentrum Schokolade“, das mit dem BDSI zusammenarbeitet, nur etwa fünf Prozent Edelkakao. Gemeint sind ursprüngliche Sorten, die nur in wenigen Regionen in Südamerika, Madagaskar und der Südsee angebaut werden und denen im Gegensatz zum meist aus Westafrika stammenden Konsumkakao besondere Aromen nachgesagt werden.

Rausch bezieht den Edelkakao von kleinen Plantagen aus zehn Ländern von Tobago bis Java. Er lege dabei Wert auf direkten Kontakt zu den Bauern, stelle ihnen Berater und Infrastruktur zur Verfügung. „Zudem sorgen wir dafür, dass neue Plantagen angelegt werden - ohne dass Regenwald gerodet wird“, verspricht Rausch.

Auch beim BDSI rückt die Nachhaltigkeit immer mehr in den Fokus. Rund vier Millionen Kleinbauern leben vom Kakao - damit sie künftig besser leben können und Kakao verstärkt im Einklang mit der Umwelt angebaut wird, sollen die Schokoladenfirmen mehr in den Anbauländern investieren. „Zum Nulltarif ist nachhaltig erzeugter Kakao weder für Verbraucher noch für die Produzenten zu haben“, mahnt Funke an.

dpa

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