Niedersachsen

Schon sieben Menschen bei Badeunfällen ertrunken

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Gerade beim Baden in Meer und Flüssen wird die Strömung oft unterschätzt.

Hannover - Trotz des durchwachsenen Sommers sind in Niedersachsen seit dem Frühjahr fast genauso viele Menschen ertrunken wie in den Vorjahresmonaten. Während es an der Nordseeküste keinen tödlichen Badeunfall gab, ertranken in Binnengewässern und Schwimmbädern bis Ende Juli mindestens sieben Menschen.

„An der Küste gab es im Vergleich zum Vorjahr kaum Notsituationen. Das liegt auch an den wenigen heißen Sommertagen“, sagte der Sprecher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Achim Wiese, in Bad Nenndorf. Im eher heißen Sommer des vergangenen Jahres starben im selben Zeitraum neun Menschen, darunter ein 89-Jähriger, der in der Nordsee ertrank.

Bei den bisherigen Badeunfällen spielten die bekannten Risikofaktoren eine Rolle. Möglicherweise für einen kurzen Moment unbeobachtet waren zwei kleine Jungen, die beim Schwimmen ohne Schwimmflügel ertranken – der eine in einem See zwischen Bremen und Stuhr, der andere in einem Oldenburger Freibad. Zwei Männer unterschätzten unbekannte Gewässer oder kühle Temperaturen. Der eine versuchte einen Baggersee im Landkreis Göttingen zu durchqueren und der andere die Weser: Beide konnten den Bedingungen nicht standhalten und gingen unter.

Die gefährliche Kombination von Alkohol und Schwimmen unterschätzte offenbar ein Mann, der nach dem Feiern mit Freunden an einem See in Bad Bentheim ins Wasser sprang und ertrank.

Im Stader Burggraben bezahlte ein Mann einen Sprung ins Wasser mit dem Leben. Er hatte die Wassertiefe nicht richtig eingeschätzt – ein Fehler, der häufig zu Badeunfällen mit tödlichem Ausgang führt. Aber auch kleine Nachlässigkeiten am Wasser können manchmal fatale Folgen haben: In der Lesung, einem Nebenfluss der Weser, stieg ein Mann von einem Anleger auf ein Boot – er rutschte dabei aus und ertrank.

Schwimmflügel sind keine Garantie

Es gibt einige Grundregeln, die Badende einhalten sollten. Horst Semmler von der DLRG gibt Tipps:

Auf Kinder aufpassen: „Viele Eltern glauben, wenn sie den Kindern Schwimmflügel anschnallen, kann nichts passieren. Das ist ein Trugschluss.“ Denn die Schwimmhilfen können wegrutschen, wenn das Kind im Wasser herumhampelt.

Kräfte nicht überschätzen: „Auch bei kleinen Seen ist das Ufer oft weiter weg als gedacht. Vor allem Jugendliche schätzen die Entfernung ans andere Ufer oft falsch ein.“ Im Zweifel lieber umkehren als weiterschwimmen.

Nur mit halb vollem Magen baden: „Geht man mit übervollem Magen ins Wasser, kann es zu Kreislaufproblemen kommen.“ Nichts zu essen ist aber auch nicht gut, denn dann fehlt die Kraft.

von Janina Gernold

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