Indien

Schwere Vorwürfe gegen Polizei im Vergewaltigungsfall

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Die Polizei steht nach dem Vergewaltigungsfall in Indien in der Kritik.

Neu Delhi - Vor einer Woche ist die junge Inderin an den Verletzungen einer bestialischen Vergewaltigung gestorben. Nun hat sich erstmals der Freund öffentlich geäußert - mit erschütternden Details.

Eine Woche nach dem Tod des indischen Vergewaltigungsopfers hat ihr Begleiter aus der Tatnacht schwere Vorwürfe gegen Passanten und die Polizei in Neu Delhi erhoben. Der befreundete Begleiter der 23-Jährigen sagte in seinem ersten Interview, fast eine halbe Stunde lang habe niemand geholfen, nachdem die Täter sie aus einem Bus geworfen hätten. Auch nach dem Eintreffen der Polizei hätten die Beamten wertvolle Zeit verschwendet und zunächst diskutiert, welche Wache zuständig sei.

Die Polizei wies Vorwürfe verschleppter Hilfeleistung zurück. Der erste Streifenwagen habe die beiden Opfer sechs Minuten nach Eingang des Notrufs erreicht, teilte die Polizei am Samstag mit. 34 Minuten nach dem Notruf hätten Polizisten mit den Opfern das Krankenhaus erreicht. Das belegten die GPS-Systeme der Streifenwagen. Es habe „keine Versäumnisse“ der Polizei gegeben.

Die beiden Opfer waren von mehreren Männern in einem Bus in ihre Gewalt gebracht und dort misshandelt worden. Die Frau wurde bestialisch vergewaltigt und gefoltert. Dann wurden beide aus dem Bus heraus nackt auf die Straße geworfen. Der 28 Jahre alte Begleiter überlebte verletzt. Die Frau starb am vergangenen Samstag.

Der 28-Jährige sagte dem Hindi-Sender Zee News, die Frau habe stark geblutet. „Autos, Autorikschas und Motorräder bremsten, aber rasten dann davon. Ich winkte um Hilfe. Diejenigen, die anhielten, starrten uns an und diskutierten, was passiert sein könnte. Aber niemand unternahm etwas, wir warteten 20 bis 25 Minuten auf Hilfe.“

Dann habe zwar jemand die Polizei alarmiert, nach Eintreffen der Beamten sei aber zu weiteren Verzögerungen gekommen, sagte der Mann. „Statt zu helfen, diskutierten sie über Zuständigkeitsbereiche. Wir baten die ganze Zeit um einen Krankenwagen und Kleider. Einer von ihnen zerriss ein Laken und gab es mir, um meine Freundin zu bedecken. Ich musste sie selber hochheben und in den Wagen tragen.“

Die Polizisten seien wegen des Blutes wahrscheinlich um ihre Kleidung besorgt gewesen, sagte der 28-Jährige. Sie hätten ihn und seine Begleiterin dann nicht in eine nahe gelegene Klinik, sondern in ein weiter entferntes Regierungskrankenhaus im Stadtteil Safdarjung gebracht. Die Polizei teilte mit, das Krankenhaus in Safdarjung sei das nächste für gerichtsmedizinische Fälle gewesen.

Die Frau war am Samstag vor einer Woche an ihren Verletzungen gestorben, nachdem sie in ein Spezialkrankenhaus nach Singapur verlegt worden war. Fünf Männer sind unter anderem wegen Mordes und Vergewaltigung angeklagt. Beim sechsten Beschuldigten wird noch geprüft, ob er minderjährig ist.

dpa

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