Bombenfund in Hildesheim

Die schwierige Entschärfung der Bombe

+
Foto: Auch viele Geschäfte sind von der Räumung betroffen.

Hildesheim - Eine Fünf-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg hat am Dienstag für große Aufregung in Hildesheim gesorgt. Die Entschärfung der verrosteten Bombe gestaltete sich schwierig, war dann nach einigen Verzögerungen um 16.53 Uhr abgeschlossen.

Die Fliegerbombe war am Morgen bei Bauarbeiten an einer Fernwärmeleitung am Rosenhagen entdeckt worden. In einem Radius von 300 Metern um den Fundort mussten 20.000 Menschen die Innenstadt verlassen. Von der Evakuierung war auch die Hildesheimer Allgemeine Zeitung betroffen, die deshalb Teile ihrer Redaktion nach Sarstedt verlegen musste.

Experten des Kampfmittelbeseitungsdienstes rückten an und versuchten zu erkunden, was für einen Zünder die Bombe hatte. Sollte es sich um einen Säurezünder handeln, hätte sofort gehandelt werden müssen: Der Evakuierungsradius wäre auf 1000 Meter erweitert worden – davon wären auch das Bernward-Krankenhaus, der Bahnhof, das Gefängnis und ein Altenheim betroffen gewesen.

Da die Bombe stark verrostet war, zogen sich die Untersuchungen über mehrere Stunden hin. Auch nach dem Drehen und Wenden der Bombe mit Seilen und einem Bagger konnten Experten noch nicht feststellen, um was für einen Zünder es sich handelte. Sie forderten Spezialwerkzeug aus der Zentrale des Kampfmittelbeseitungsdienstes aus Hannover an.

Als die meisten Hildesheimer sich wohl schon auf einen langen Abend eingerichtet hatten, kam um 16.53 Uhr die Meldung, dass die Bombe entschärft war. Der hintere Zünder war herausgefallen. Beim Öffnen der Bombe stellten die Experten fest, dass auch der vordere fehlte. Eine Gefahr habe damit für die Hildesheimer zu keiner Zeit bestanden. "Im Nachhinein betrachtet war die Bombe ungefährlich", sagte Feuerwehrsprecher Marcus Illemann.

Möglicherweise wurde der Zünder nach dem Krieg entfernt, die Bombe damals aber nicht beseitigt.

In jedem Fall sind die Hildesheimer froh, dass die Entschärfung dann doch so gut funktionierte. "Generell gestaltet sich eine Räumung in der Innenstadt aber schwieriger als in einem Wohngebiet", sagte ein Polizeisprecher. So mussten auch Hotels geräumt werden, die wegen der Wiedereröffnung des Hildesheimer Doms derzeit gut belegt sind.

sbü/lni

4322872

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare