Falsche Wohnung gestürmt

SEK-Einsatz hat juristisches Nachspiel

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Peinliche Panne: Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei hat in der Gemeinde Rollshausen eine falsche Wohnung gestürmt.

Hannover - Die spektakuläre Polizeipanne, die sich in der vergangenen Woche im Untereichsfeld bei Duderstadt ereignet hat, wird ein juristisches Nachspiel haben. Bei dem SEK-Einsatz hatten Polizisten eine falsche Wohnung gestürmt. Die Staatsanwaltschaft prüft nun ein Verfahrengegen die Beamten.

Die Staatsanwaltschaft in Göttingen prüft Ermittlungen gegen eine Reihe von Beamten des Landeskriminalamts in Hannover sowie der Polizeidirektion Göttingen. Die Polizisten waren in der Nacht zum Donnerstag an der Stürmung einer Wohnung in Duderstadt durch ein Spezialeinsatzkommando (SEK) beteiligt. Wie sich herausstellte, hatten sich die Spezialkräfte in der Wohnung geirrt. Den Fehler bemerkten die Polizisten aber erst, nachdem sie einen Bewohner mit Kabelbinder im Bett gefesselt hatten. „Die Staatsanwaltschaft prüft, ob sie ein Verfahren gegen die Beamten, etwa wegen Körperverletzung im Amt einleiten muss“, sagte Oberstaatsanwalt Frank-Michael Laue am Montag.

Unterdessen hat die Polizei in Göttingen wegen des missglückten SEK-Einsatzes eine Krisensitzung abgehalten. Ziel der Versammlung mit allen am Einsatz beteiligten Beamten war die Suche nach der Ursache, warum das SEK-Kommando statt der Wohnung ein Stockwerk tiefer in das Schlafzimmer einer unbescholtenen Familie gestürmt war. Die Polizei war auf der Suche nach einer Waffe, die der einschlägig bekannte Bewohner einer anderen Wohnung dem Hausverwalter im Streit um die Miete an den Kopf gehalten haben soll. Oberstaatsanwalt Laue wundert sich über den Irrtum. „Ein Durchsuchungsbeschluss muss sich präzise auf das zu durchsuchende Objekt beziehen.“

Mit anderen Worten: In einem Mehrfamilienhaus ist immer klar das Stockwerk genannt, eine Verwechselung eigentlich ausgeschlossen. „Es hat einen internen Kommunikationsfehler gegeben“, sagte Polizeisprecherin Jasmin Kaatz am Montag zu dem Fehler. Eine abschließende Bewertung stehe noch aus. Dem Ergebnis wolle sie nicht vorgreifen.

Der Irrtum in Duderstadt ist der letzte in einer Reihe von missglückten SEK-Einsätzen im vergangenen Jahr. Eine Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der Grünen steht dazu noch aus. Der Landtagsabgeordnete Helge Limburg spricht von einer „Häufung von Fehlern“. Die Kriterien für SEK-Kommandos müssten neu gefasst und verbessert werden. Das Innenministerium spricht dagegen von lediglich zwei „Einzelfällen“ in denen im vergangenen Jahr falsche Wohnungen gestürmt wurden – bei insgesamt 127 SEK-Einsätzen. „Das zeugt von hoher Professionalität“, so eine Sprecherin.

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