Lady Gaga in Berlin

Sexy mit Schnurrbart

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Foto: Verblüfft wieder die Öffentlichkeit: Lady Gaga in Berlin.

Berlin - Schwarze Unterwäsche, eine Robe, die nach Pelz aussah, und ein Schnurrbart wie Salvador Dalí: Lady Gaga sorgt bei ihrem Besuch in Berlin mit ihrer Garderobe für Aufsehen.

Lady Gaga im Fleischkleid. Lady Gaga als Latex-Nonne. Lady Gaga als Venus im Muschelbikini à la Botticelli. Oder einfach nackt, wie in dem Video, das die US-amerikanische Performance-Künstlerin Marina Abramovic im vergangenen Frühjahr mit Lady Gaga drehte. Gestern Abend trug die exzentrische Sängerin, die mit bürgerlichem Namen Stefani Joanne Angelina Germanotta heißt, Schnurrbart. Aber die Sache mit den Geschlechtern interessiert die Kostümfetischistin ja eh nicht.

Lady Gaga hatte sich Berlin ausgesucht, um in einer exklusiven Vorabpremiere ihr am 11. November erscheinendes Album „Artpop“ vor einer handverlesenen Auswahl von Fans, Prominenten und Journalisten – etwa 500 geladenen Gästen – vorzustellen. Allerdings nicht irgendwo in Berlin, sondern im Berghain. Das ist jener Klub, der für ausschweifende Nächte bei denen sorgt, die reinkommen. Und für ausschweifende Fantasien bei denen, die aufgrund der Türpolitik draußen bleiben müssen.

Lady Gaga kennt das schon. In dem zum Berghain gehörenden Schwulenklub Lab.Oratory feierte sie 2010 eine Aftershow-Party. Es muss eine ungewöhnliche Feier gewesen sein. Zumindest inspirierte sie Gaga zu ihrem Song „Scheiße“. Die kathedralenhafte Halle erschien also als perfekter Ort für eine exklusive Show, auf der sich die Boris-Becker- und Uwe-Ochsenknecht-Söhne vergewissern konnten, dass sie wichtig genug sind, um auf jede Gästeliste zu kommen. Und am Rande tänzelte „Zeit“-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo zwischen kostümierten Fans zu „Do what you want“.

Vielleicht vereint die extrovertierte Sängerin ja doch die Massen. So lautete zumindest die Ansage, als sie in Pelzrobe und Lederbikini die kleine Bühne betrat. „Mein neues Album handelt ausschließlich von einer Sache: Und zwar davon, dass wir zusammengehören.“ Dann rummste der Disko-Beat durch die Halle, der erste Track kam vom Band, und Lady Gaga war erst einmal weg. Vielleicht ein Klamottenwechsel? Falsch: Die 27-Jährige tauchte inmitten ihrer Fans auf einem kleinen Podest auf, filmte die Feiernden, ließ sich in ihre Arme fallen.

Anschließend räkelte sie sich in einer Sofaecke, immer verfolgt von den „kleinen Monstern“, wie sie ihre Fans liebevoll nennt. Lady Gaga ist die Monstermutter, die ihre Performance stets mit einer Botschaft versah: Liebt euch alle. Egal, wie ihr auf die Gästeliste gekommen seid. Auf die, die dies geschafft hatten, wartete am Ende eine besondere Überraschung: die Weltpremiere des Songs „Gipsy“ – live und als Akustikversion.

Nora Lysk

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