McAllister auf Sommerreise in Niedersachsen

Smalltalk – am liebsten auf Englisch

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Foto: Ministerpräsident McAllister besucht in den ersten Tagen seiner Sommerreise durch Niedersachsen Unternehmen in Hannover.

Hannover - David McAllister sucht auf der Sommerreise Bodenständigkeit – und findet Weltläufigkeit: Der Ministerpräsident ist am Dienstag zu einer veritägigen Reise durch Niedersachsen aufgebrochen. So ein Trip durch das Land hat Sonnen- aber auch seine Schattenseiten, wie der Ministerpräsident bald feststellen muss.

Da blitzen die Augen von David McAllister auf. Bei der hannoverschen Firma „Göldo Music“, die sich auf den Bau von Gitarren spezialisiert hat, arbeitet Chris Distin, ein Brite mit schottischer Großmutter. Minutenlang unterhalten sie sich auf Englisch, und der Ministerpräsident blüht immer auf, wenn er das tun kann. Die beiden scherzen, die Journalistenschar lacht, und am Ende spielt Distin noch auf einem Dudelsack. Es herrscht eine gelöste, heitere Atmosphäre.

Dabei wird die Sommertour des Regierungschefs, die dieses Jahr vier Tage von Hannover über Hitzacker und Elsfleth nach Alfeld und Bad Gandersheim führt, von Stimmungsschwankungen geprägt. Einerseits ist da McAllisters Bemühen, seine Heimatverbundenheit zu unterstreichen. Der Wahlkampf hat längst begonnen, und die Botschaft des Ministerpräsidenten lautet, dass er sich auf Niedersachsen konzentrieren will. „In Berlin will ich nichts werden“, hat er gerade am Montag in einem Interview betont. Auf der anderen Seite aber steht die Internationalität, deren deutlichstes Zeichen bei McAllister die schottischen Wurzeln sind.

Nach einer neuen Forsa-Umfrage, die am Montag just zwischen zwei Stationen im Bus bekannt wurde, liegt die CDU deutlich vor der SPD, anders als in zwei anderen Umfragen, die Mitte Mai und Mitte Juli verbreitet wurden.

Seit er von diesen neuen Daten weiß, wirkt McAllister plötzlich wie von einer Last befreit. Das Thema Provinz oder globale Welt begleitet ihn trotzdem weiter. Der Ministerpräsident sucht Unternehmen auf, die seit Jahrzehnten in Niedersachsen verhaftet sind und doch zu den weltweit führenden ihrer Branche gehören. Der Reifenhersteller Continental zum Beispiel, dessen Vorstandsmitglied Nikolai Setzer vom Wirken des Konzerns in Malaysia und Indien erzählt und davon, dass man bei den Führungskräften kaum deutsche Absolventen findet – auch weil die Politik die Technikbegeisterung junger Leute kaum fördere. McAllister verspricht Abhilfe: „Ich sage meiner Wissenschaftsministerin Bescheid.“ Dann setzt er sich noch kurz in den Formel-1-Rennwagen, der nur mit einer Batterie betrieben wird.

Bei Sennheiser in der Wedemark preist Aufsichtsratschef Jörg Sennheiser den weltweiten Einsatz seiner Produkte an: Als John F. Kennedy den Satz „Ich bin ein Berliner“ sprach, waren vier der fünf vor ihm aufgebauten Mikrophone von Sennheiser. Da staunt McAllister – so viel globale Wirkung kann von Niedersachsen ausgehen.

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