Prozess in Lüneburg

Mit der Soft-Air-Pistole ins Lovemobil

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Foto:In sogenannten Lovemobilen bieten Prostituierte ihre Dienste an. Die einsame Arbeit zwischen Wald und Straßenrand ist nicht ungefährlich, wiederholt gab es Überfälle.

Lüneburg - Mit einer Soft-Air-Pistole hat ein 27-Jähriger eine Prostituierte in einem Lovemobil an der B4 überfallen und Geld verlangt. Vor Gericht zeigt sich Mann aus Lüneburg nun geständig und entschuldigt sich bei dem Opfer. Der Überfall sei ein spontaner Einfalll gewesen, sagt der Mann.

Nach einem Überfall auf eine Prostituierte in einem Lovemobil hat sich ein 27-Jähriger vor dem Landgericht Lüneburg weitgehend geständig gezeigt. Es sei ein spontaner Einfall gewesen, sagte er am Donnerstag zum Auftakt des Prozesses. Dem Mann wird vorgeworfen, im vergangenen April die Frau an der Bundesstraße B4 bei Breitenhees (Kreis Uelzen) mit einer Soft-Air-Pistole bedroht und Geld verlangt zu haben. Das Opfer konnte aus dem Wohnmobil fliehen, vorbeikommende Autofahrer informierten die Polizei. Beamte stoppten den Lüneburger wenig später und nahmen ihn fest.

Die Anklage lautet auf versuchte schwere räuberische Erpressung. "Gib mir all Dein Geld", forderte der Angeklagte nach eigener Aussage. Mit der nicht sehr gefährlichen Waffe hätte er oft im Wald auf Bäume geballert, um Frust loszuwerden. "Ich hatte das Gefühl, dass jeder mir was Schlechtes wollte", schilderte der gelernte Installateur seine Stimmung vor der Tat. Er habe damals unter dem Einfluss von Medikamenten gestanden, wegen einer klinischen Depression und Persönlichkeitsstörungen sei er in Behandlung gewesen.

Die 32 Jahre alte Frau beschrieb in ihrer Aussage heftig gestikulierend, wie damals plötzlich ein Mann mit schwarzer Sturmhaube und Waffe an dem Wohnmobil gestanden habe. Nach dem Überfall sei sie wiederholt von Alpträumen geplagt worden. "Es tut mir aufrichtig leid, was ich Ihnen angetan habe", entschuldigte sich der Angeklagte beim Opfer. Die Frau bedankte sich dafür.

Der Prozess soll am 7. und 8. Oktober fortgesetzt werden, auch ein psychiatrischer Gutachter ist dabei.

Nur wenige Wochen vor der Tat war eine Frau bei Meinersen (Kreis Gifhorn) in einem Lovemobil überfallen und lebensgefährlich verletzt worden, der Täter konnte entkommen.

dpa

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