Asylantrag abgelehnt

Software-Millionär John McAfee droht Auslieferung nach Belize

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Foto: Anti-Viren-Pionier John McAfee sitzt derzeit in Guantemala in Haft.

Guatemala-Stadt - Nach Ablehnung seines Asylantrags in Guatemala droht John McAfee die Ausweisung nach Belize. Dort soll er über einen Mordfall vernommen werden. Der Millionär erlitt einen Zusammenbruch. Funkstille bei McAfees Blog.

Dem Software-Pionier John McAfee droht die Auslieferung von Guatemala nach Belize. Der 67-jährige US-Bürger erlitt einen Zusammenbruch, nachdem sein Asylantrag abgewiesen worden war. Nach kurzem Aufenthalt im Hospital wurde er am Donnerstagabend (Ortszeit) wieder zurück in eine Unterkunft für illegale Einwanderer gebracht. Er leide an hohem Blutdruck und Stress, erklärte ein Arzt des Krankenhauses. McAfees Anwalt hatte zunächst gesagt, der Software-Entwickler habe in der Nacht zum Donnerstag zwei Herzinfarkte erlitten. Später sprach Telésforo Guerra von einem Nervenzusammenbruch, wie der Nachrichtensender CNN berichtete.

Guatemalas Staatschef Otto Pérez hatte den Antrag von McAfee auf Asyl abgewiesen. Er werde nicht erlauben, dass Menschen nach Guatemala einreisen, die vor Mordermittlungen flüchten, sagte Pérez. McAfee werde an Belize ausgeliefert, „sobald sein rechtlicher Status geklärt ist“. Die Regierung Belizes habe mitgeteilt, McAfee werde zur Vernehmung über den Mordfall seines Nachbars gesucht.

Eine Anklage gegen den US-Millionär wurde nicht erhoben. Er kann aber nach Belizes Recht auch ohne Anklage 48 Stunden zur Untersuchung festgenommen werden, erklärte Belizes Polizeisprecher Raphael Martinez. McAfee habe noch einige rechtliche Möglichkeiten, seine Auslieferung zu verhindern, sagte sein Anwalt.

Die US-Botschaft beobachte den Fall, und man sei in Kontakt mit den Behörden Guatemalas, sagte Botschafter Arnold Chacón. Darüber hinaus wollte er den Fall nicht kommentieren.

McAfees Nachbar, der US-Bürger Gregory Faull, war Anfang November erschossen auf seinem Grundstück auf der Insel Ambergris Caye entdeckt worden. Der Software-Millionär flüchtete nach Guatemala. Er begründete seinen Asylantrag mit der Furcht, in Belize ermordet zu werden, weil er die von ihm als korrupt bezeichnete Regierung nicht länger finanziell unterstützen wolle. Mit dem Mord habe er nichts zu tun, beteuerte McAfee mehrmals.

Auf McAfees Blog herrschte nach der Ablehnung des Asylantrags zunächst Funkstille. Noch nach seiner Festnahme hatte McAfee dort persönlich Details seiner ersten Nacht unter Polizeigewahrsam veröffentlicht.

dpa

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