Leiche vergraben

Sohn streicht Rente seiner toten Mutter ein

Wolfsburg - Ein 67-jähriger Mann aus Wolfsburg hat zwei Jahre lang die Rente seiner toten Mutter kassiert. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig habe deshalb Anklage wegen gewerbsmäßigen Betruges erhoben, teilte eine Sprecherin am Montag mit.

Zwei Jahre lang hat ein Rentner aus Wolfsburg nicht nur seine eigenen Altersbezüge, sondern auch noch die seiner längst verstorbenen Mutter eingestrichen. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat deshalb Anklage gegen den 67-Jährigen wegen gewerbsmäßigen Betrugs erhoben. Der Mann habe die Renten- und Pflegekasse um rund 20 000 Euro betrogen, sagte eine Justizsprecherin am Montag. Die hochbetagte bettlägerige Frau hatte mit ihrem Sohn in einer Mietwohnung im Stadtgebiet von Wolfsburg gelebt. Er hatte sie auch gepflegt.

Der Tod der 91-Jährigen war den Behörden lange nicht aufgefallen. Erst als die Pflegekasse über Monate keinen direkten Kontakt zu der angeblich noch lebenden Frau bekommen konnte, wurde sie misstrauisch und benachrichtigte im November 2013 die Polizei. Der Sohn hatte angegeben, seine Mutter sei nach Spanien gereist. Bei der Durchsuchung der Wohnung schlug ein Leichenspürhund an. Daraufhin legte der Sohn ein umfassendes Geständnis ab. Die Mutter war im November 2011 gestorben. Ihre Leiche vergrub der 67-Jährige im Wald und tat nach außen weiterhin so, als ob sie noch lebte.

Mit der Rente und dem Pflegegeld, das er unrechtmäßig kassierte, habe er seinen Lebensunterhalt bestritten, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft gestern. Auf großem Fuß habe der 67-Jährige aber nicht gelebt. Er sei mehrmals verheiratet gewesen und habe große Teile seiner eigenen Rente an seine Ex-Frauen zahlen müssen. Deshalb habe er unter akuter Finanznot gelitten. In Untersuchungshaft sitzt der Rentner nicht. Es bestehe weder Flucht- noch Verdunklungsgefahr, hieß es vonseiten der Staatsanwaltschaft. Außerdem habe er sich vorher nie etwas zuschulden kommen lassen. Der Mann muss mit einer Haftstrafe von bis zu einem Jahr rechnen, die aber wohl zur Bewährung ausgesetzt wird. Die im Wald gefundene Leiche der Mutter war exhumiert und anschließend obduziert worden. Nach Ansicht der Gutachter starb die Frau eines natürlichen Todes. Es gibt keine Hinweise auf ein Verbrechen.

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