„Auf Harzer Rollen“

Sommerrodelbahn auf dem Bocksberg eröffnet

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Die neue Sommerrodelbahn auf dem Bocksberg im Harz will mit ihren Steilkurven und Schlangenlinien nicht nur junge Leute anlocken.

Hahnenklee - Auf dem Bocksberg im harz hat Niedersachsens längste Sommerrodelbahn eröffnet. Die kurvenreiche Strecke will nicht nur junge Menschen, sondern bewusst auch Ältere ansprechen. Wir haben die Bobbahn getestet

Im Harz hat Norddeutschlands längste Sommerrodelbahn eröffnet. Dabei geht es über Wellenstrecken und durch Steilkurven in Schlangenlinien 1250 Meter vom Bocksberg in Hahnenklee hinunter. Die Rodelbahn ist das erste einer Reihe von Projekten, die den Berg im Kreis Goslar wieder zu einem beliebten Ausflugsziel machen sollen.

Zunächst geht es für Besucher in einer zehnminütigen Fahrt mit der Kabinenbahn von Hahnenklee hinauf zur 726 Meter hoch gelegenen Station auf den Bocksberg. „Dreimal muss man mindestens fahren“, tönt es oben angekommen aus der Schlange der Wartenden. Ein Junge brüstet sich mit der Erfahrung von mehr als sieben Fahrten am Eröffnungstag und erklärt vor seiner achten Fahrt, vor welchen Kurven man bremsen muss, um mit einer guten Zeit ins Ziel zu gleiten.

Der forsche Grundschüler soll Recht behalten. Die ersten beiden Fahrten dienen dem Ablegen jeglicher Ängste, die aufkommen, wenn es in die Kreisel geht, die in mehreren Metern Höhe zwar eine wunderschöne Aussicht bieten, aber dennoch ein flaues Gefühl in den Magen treiben.

Bei der dritten Abfahrt wird weniger gebremst, Geräusche von aufeinander schleifendem Metall nicht mehr als nahende Katastrophe gedeutet. Die persönliche Bestzeit ist zum Greifen nah.

Die Höchstgeschwindigkeit von 40 Kilometern in der Stunde wird dabei nicht überschritten. Zwar bestimmen Rodler ihr Tempo selbst, doch verlangsamen Wirbelstrombremsen die Bobs an gefährlichen Stellen. Somit ist auch Rodeln bei Regen oder gar im Winter möglich.

Die schienengeführte Bahn biete höchste Sicherheitsstandards, erklärt Pamela Groll, Betreiberin der Rodelbahn. Wer hinten im sogenannten Coaster sitzt, schnallt sich mit einem Dreipunktgurt an; wer vorne sitzt, mit einem Zweipunktgurt.

Die 1,5 Millionen Euro teure Allwetterrodelbahn wurde von einem Investorentrio und mit Zuschüssen vom Land Niedersachsen und der EU finanziert. Sie ist nur ein Projekt des Unternehmens ErlebnisBocksberg, das dem Berg ein neues Gesicht geben will. „Das Image des Bocksbergs hat durch den Gondelabsturz vor sieben Jahren und der damals abgewirtschafteten Gastronomie sehr gelitten“, sagt Groll. In den nächsten Tagen soll die Gastronomie „Bocksberghütte“ eröffnet werden. Auch eine große Außenterasse soll den Berg aufwerten. Der alte Holzturm soll ebenfalls umgebaut werden. Geplant ist auch eine Art Lore, die Besucher vom Tal auf den Berg bringen soll - unabhängig von Wind und Wetter.

„Mit dem Angebot wollen wir Anreize für alle Altersgruppen schaffen“, sagt Groll. Mit der Rodelbahn sei der erste Schritt gemacht. Für Gesine Ficht war die Fahrt ein großer Spaß. „In den steilen Kurven hatte ich schon ein wenig Angst“, gibt die 74-Jährige aus Hahnenklee zu, „aber mein Mann hinter mir hat immer rechtzeitig gebremst.“

Der BocksbergBob am ErlebnisBockberg in Hahnenklee ist eine 1250 Meter lange, schienengeführte Allwetterbahn. Die Einzelfahrt für Erwachsene kostet drei, für Kinder zwei Euro, geöffnet ist täglich von 9.30 bis 17 Uhr, weitere Informationen unter www.erlebnisbocksberg.de

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