Präventionsprojekt in Niedersachsen

Sozialarbeiter sollen Salafisten stoppen

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Foto: Die salafistische Szene in Deutschland wächst. Immer mehr Koran-Exemplare werden in den Städten verteilt. Das Land Niedersachsen will dagegen vorgehen.

Hannover - Um das Abdriften junger Menschen in den Salafismus zu stoppen, hat NRW ein erfolgreiches Präventionsprojekt gestartet. Niedersachsen will das Konzept der Beratungsstellen kopieren. Aber können Sozialarbeiter potenzielle Gotteskrieger stoppen?

Das seit längerem geplante Präventionsprojekt gegen Salafisten in Niedersachsen nimmt Gestalt an. Eckpunkte will das Sozialministerium mit den muslimischen Verbänden am Montagabend abstecken. Vorgesehen sind Beratungsstellen in Hannover und Braunschweig, in denen Sozialarbeiter Eltern, Lehrern, Jugendverbänden und Betroffenen Rat geben. Die Stelle soll als Frühwarnsystem dienen und etwa von Schulen kontaktiert werden, wenn Lehrer den Eindruck haben, dass Salafisten Einfluss auf einzelne Schüler gewinnen. Geklärt werden muss noch die Frage, wer Träger für die Einrichtungen werden kann.

Vorbild ist das Projekt „Wegweiser“ in Nordrhein-Westfalen, wo es seit März Beratungsstellen in Düsseldorf, Bochum und Bonn gibt. Dort gibt es eine Telefon-Hotline, außerem sind die Stellen täglich geöffnet. Außer besorgten Eltern kommen dort auch Leute vorbei, die dem Islamismus den Rücken kehren wollen. Im nächsten Jahr sollen weitere Beratungsstellen in Wuppertal, Köln, Duisburg und anderen Städten folgen.

Vorangegangen waren in NRW und Niedersachsen, aber auch in anderen Ländern, vergebliche Versuche, über Hotlines beim Innenministerium oder Verfassungsschutz an mögliche Aussteiger heranzukommen, wie dies beim Rechtsextremismus praktiziert wird.

lni

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