„Es hat mächtig gerumst“

Sprengstoff in Pyrmonter Rathaus gefunden

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„Bombenentschärfer“ Murgatroyd vom Landeskriminalamt Hannover berät sich vor dem Pyrmonter Rathaus mit Polizei und Rettungskräften.

Bad Pyrmont - Sprengstoffalarm im Rathaus Bad Pyrmont: Weil in einem Tresor des Ordnungsamtes eine Tüte mit Munition, Zündern und Sprengstoff gefunden wurde, musste das Rathaus kurzzeitig evakuiert werden.

Schreck in der Mittagsstunde: Per Rundmail wurden am Mittwoch im Rathaus in Bad Pyrmont die Mitarbeiter informiert, dass sich in einem Tresor des Ordnungsamtes Sprengstoff befindet. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landeskriminalamtes machte sich auf den Weg von Hannover in die Kurstadt. Das Verwaltungsgebäude musste geräumt werden. Auch Geschäftsstelle und Redaktion der Pyrmonter Nachrichten waren von der Evakuierung betroffen. Innerhalb weniger Minuten hatten jedoch alle Menschen die Gebäude verlassen.

Der Grund für den ungewöhnlichen Einsatz in der Kurstadt war eine kurz zuvor gefundene Plastiktüte mit Munition, Sprengstoff und Zündern. „Im Sicherheitsbereich des Ordnungsamtes befinden sich zu vernichtende Waffen, die Pyrmonter zwecks Entsorgung dort hin und wieder abgeben“, erläuterte Kämmerer Eberhard Weber. Er ist amtierender Verwaltungschef, weil Bürgermeisterin Elke Christina Roeder derzeit im Urlaub weilt.

Ein Spezialunternehmen sollte diese Waffen nebst dazugehöriger Munition am Mittwochvormittag entsorgen. Dabei sei einem mit Kampfmitteln erfahrenen Mitarbeiter die Plastiktüte aufgefallen, in der sich der „gewerbliche Sprengstoff“ befand, wie Bad Pyrmonts Polizeichef Udo Nacke den Fund bezeichnete. Nähere Angaben wollte er nicht machen. Wie die Tüte in den Tresor gekommen ist und wie lange sie dort schon gelegen hat, kann Weber nicht sagen: „Das werden wir jetzt zu klären haben.“

„Bombenentschärfer“ Murgatroyd beriet sich nach seiner Ankunft in der Kurstadt kurz mit der örtlichen Polizei, und ging dann ins Rathaus, um den Fund zu inspizieren. Er berichtete von „vier Stangen mit Zünder“. In einem still gelegten Steinbruch wurde der Sprengstoff schließlich unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen kontrolliert gezündet. „Weil der Fund total überlagert war, hatten sich bereits Kristalle gebildet. Das ist besonders gefährlich“, begründete Nacke die Aktion und berichtete hinterher: „Es hat mächtig gerumst.“

Von Hans-Joachim Weiß

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