Skurrile Sammlung

SS-Falke ist ein Fall für den Zoll

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Düsseldorf - Ein Turmfalke mit SS-Mütze, ein Pinguinskelett und konservierte Schlangen: Essener Zollfahnder haben in Düsseldorf eine Sammlung geschützter Tiere sichergestellt. Ihre Ermittlungen begannen mit einemAffenarm in einemPostpaket.

Eine skurrile Sammlung mit mehr als 80 ausgestopften Körpern, Schädeln und Knochen von meistens streng geschützten Tieren haben Zollfahnder in Düsseldorf sichergestellt. Sie hatten Postpakete aus Indonesien geöffnet, die bei einer Routinekontrolle aufgefallen waren, wie die Fahnder am Dienstag in Essen berichteten. In den Paketen befanden sich das Skelett eines tropischen Hornvogels sowie ein Affenarm. Die erforderlichen Einfuhrgenehmigungen konnte der Adressat, ein 51 Jahre alter Mann aus Düsseldorf, nicht vorlegen.

Bei der Durchsuchung seiner Wohn- und Geschäftsräume fanden die Fahnder unter anderem einen Wirbelknochen eines Wales und einen mit einer SS-Mütze dekorierten, ausgestopftenTurmfalken. Die Räume hätten ausgesehen wie ein Privatmuseum, sagte Ermittlungsleiterin Eva Leinkenjost. "Viele der beteiligten Kollegen sagten: So etwas haben wir noch nie gesehen."

Bei dem aktuellen Fall werden die Fahnder unterstützt von Volker Grün, Biologe imZoo Duisburg. Auch er sei schockiert gewesen über die Sammlung, sagte er. "Am schlimmsten fand ich die Geschmacklosigkeit einiger Stücke." Auch seien viele der Tiere amateurhaft präpariert.

Das Bundesnaturschutzgesetz sieht für den illegalen Besitz von und den Handel mit streng geschützten Tieren und Pflanzen eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe vor. Anhaltspunkte für gewerbsmäßigen Handel gebe es im Düsseldorfer Fall bislang aber nicht. "Nach bisherigen Erkenntnissen war der Mann ein leidenschaftlicher Sammler", sagte Leinkenjost.

Wenn der Fall abgeschlossen ist, gehen die präpariertenTiere und Tierteile an Zoos undUniversitäten. Dort würden sie ausgestellt oder kämen in der Lehre zum Einsatz, sagte Biologe Volker Grün.

dpa

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