Hochgiftige Stoffe im Boden

Staatsanwaltschaft ermittelt im A7–Skandal

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Hildesheim - Der Umweltskandal an der Autobahn 7 beschäftigt ab sofort auch die Hildesheimer Staatsanwaltschaft. Wie das niedersächsische Wirtschaftsministerium bestätigte, hat die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Es geht dabei um die Frage, wer daran Schuld ist, dass beim sechsspurigen Ausbau der Autobahn zwischen dem Dreieck Salzgitter und Bockenem altes Baumaterial falsch verwendet wurde, sodass hochgiftige polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) in Mittel- und Seitenstreifen der Autobahn gelandet sind.

Akut besteht zwar nach Ansicht des Umweltministeriums keine Gefahr für Mensch und Tier, langfristig könnten die krebserregenden Stoffe aber ins Grundwasser geraten. Die Konzentration der PAK ist auf dem zwölf Kilometer langen Streckenabschnitt durchgehend doppelt so hoch wie die erlaubten Grenzwerte. Die beteiligten Baufirmen sollen das belastete Erdreich deshalb in den nächsten Monaten abtragen, die Arbeiten dürften mehrere Millionen Euro kosten.

Hinzu kommt nun möglicherweise ein Strafverfahren. Die Hildesheimer Staatsanwaltschaft hat jedenfalls die Ermittlungen aufgenommen. Parallel prüft die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr intern, warum die Bauaufsicht diese Verwendung der PAK nicht verhindert hat und die Kontamination erst nach Abschluss der Arbeiten entdeckt wurde. Die Behörde hatte einen Teil der Aufsicht an externe Gutachter ausgelagert, sieht sich aber nach eigenen Angaben in der Gesamtverantwortung.

Tarek Abu Ajamieh

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