Osnabrück

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Schummel-Döner

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Nach dem Deutschen Lebensmittelbuch darf ein Döner nicht mehr als 60 Prozent Hackfleisch enthalten.

Osnabrück - Wann ist ein Döner ein richtiger Döner? Auch dafür gibt es in Deutschland Regeln. Weil ein Dönerbudenbesitzer es mit den Vorschriften nicht so genau nahm, musste er jetzt vor Gericht erscheinen.

Wegen Betrügereien in Dönerbuden und Pizzerien hat die Staatsanwaltschaft Osnabrück in mehr als 40 Fällen Ermittlungsverfahren gegen Imbissbetreiber laufen. Ein 51-jähriger Dönerbudenbesitzer aus Haselünne musste sich in einem Fall am Mittwoch vor dem Amtsgericht Meppen verantworten. Das Verfahren gegen ihn wurde gegen die Zahlung von 500 Euro eingestellt. Der Vorwurf lautete: Seine Fleischgerichte enthielten zu viel Hackfleisch, um noch als Döner durchzugehen.

„Es gibt Vorschriften, wie ein Döner auszusehen hat“, sagte Alexander Retemeyer, Sprecher der Staatsanwaltschaft Osnabrück. Nach dem Deutschen Lebensmittelbuch dürfen die Fleischscheiben nicht mehr als 60 Prozent Hackfleisch enthalten. „Dann darf er nicht mehr als Döner verkauft werden, sondern nur noch als Fleischspieß nach Döner Art“, sagte Hermann Schütte, Direktor des Amtsgericht Meppen. Dem Fleisch von Hähnchen- und Putendönern darf überhaupt kein Hack beigemischt werden.

Über die Fälle berichtete zuerst der NDR. Wie sich im Zuge einer Lebensmittelkontrolle herausstellte, hat der 51-Jährige seine Gäste auch bei anderen Gerichten in die Irre geführt. Seine Schinkenpizza belegte er nicht mit echtem Kochschinken, sondern mit Putenpressfleisch, dass zur Hälfte aus Wasser, Stärke und Zusatzstoffen besteht.

frs/dpa

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