Gerichtsurteil

Stadt haftet nicht bei Kopfsprung in Baggersee

Oldenburg - Nach einem Kopfsprung in einen Baggersee ist ein querschnittsgelähmter Mann mit seiner Schmerzensgeldklage gegen die Stadt Bramsche gescheitert.Über das Aufstellen von Verbotsschildern hinaus habe die Stadt keine weiteren Sicherungsmaßnahmen vornehmen müssen, um das Badeverbot an dem See umzusetzen, lautete das Urteil des OLG Oldenburg, das jetzt vom Bundesgerichtshof bestätigt wurde.

Der 2010 bei dem Unfall 22-jährige Mann habe sich bewusst über das Badeverbot hinweggesetzt und habe nicht davon ausgehen dürfen, dass das Baden an dem See ungefährlich sei. Außerdem habe er sich nicht wegen verbotenen Badens verletzt, sondern weil er ohne das Gewässer zu erkunden mit Anlauf kopfüber in den See gesprungen sei, teilte das OLG am Montag mit.

Der junge Mann hatte die Stadt Bramsche als Eigentümerin des Hasesees auf ein Schmerzensgeld von 70.000 Euro verklagt. Damit scheitere er beim Landgericht Osnabrück und in zweiter Instanz beim OLG. "Bei dem Sprung lag die Gefährlichkeit von vornherein auf der Hand", erklärte das Oldenburger Gericht."Kein vernünftiger Mensch würde wegen der offensichtlichen Gefahren, die sich selbst bei nur geringem Nachdenken aufdrängten, kopfüber in ein zuvor nicht erkundetes Gewässer springen." (BGH, AZ III ZR 331/14, OLG, AZ 6 U 140/14, LG, AZ 5 O 3206/13)

dpa

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