Neu- und Umbau

Startschuss für neue Großbaustelle Uni-Klinik Göttingen gefallen

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Das Universitätsklinikum Göttingen (Archivaufnahme) wird seit Montag umfassend neu- und umgebaut.

Göttingen - Der Jade-Weser-Port ist fertig, jetzt wird die Göttinger Universitätsmedizin zur Megabaustelle des Landes. Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister hat am Montag mit einem Spatenstich das offizielle Startsignal für einen umfassenden Neu- und Umbau des Klinikums gegeben.

Erstes Projekt wird ab dem kommenden Jahr der Neubau für einen „Herzforschungs-Magnetresonanztomographen“ (MRT) sein. Dies ist allerdings erst der Anfang: Die auf 25 Jahre angelegte Generalentwicklungsplanung sieht vor, dass bis zum Jahr 2035 insgesamt 800 Millionen Euro am Uni-Klinikum investiert werden.

Das erste Bauprojekt soll vor allem der Herzforschung neue Möglichkeiten eröffnen. Auf diesem Gebiet nimmt die Göttinger Universitätsmedizin bundesweit eine Spitzenstellung ein. Seit dem vergangenen Jahr ist sie einer von sieben Partnerstandorten des Deutschen Zentrums für Herz- und Kreislaufforschung. Das neue Gebäude wird einen den modernsten und schnellsten Magnetresonanztomographen aufnehmen.

Das 2,6 Millionen Euro teure Gerät liefert Bilder aus dem Herzen in Echtzeit. Die Mediziner können damit Herzschläge innerhalb von 30 Millisekunden aufnehmen und so Herzkrankheiten noch genauer diagnostizieren und erforschen. Später soll das Hightech-Gerät auch für die Krankenversorgung eingesetzt werden. So sollen damit beispielsweise Herzkatheterverfahren ohne Strahlenbelastung möglich sein. Im kommenden Jahr soll außerdem auf dem Klinikumsgelände ein Neubau für das Deutsche Zentrum für Herzkreislaufforschung entstehen.

Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU) hatte die Generalentwicklungsplanung für die Göttinger Universitätsmedizin bereits vor zwei Jahren vorgestellt. Kurz vor den Landtagswahlen bekräftigte Ministerpräsident McAllister nun, dass dieser auch umgesetzt werden solle. „Das Land steht zu seiner Verantwortung“, sagte er. In der ersten Baustufe sollen unter anderem ein neues Bettenhaus und ein neuer Zentral-OP mit insgesamt 18 Operationssälen und einer Notaufnahme entstehen.

Vor der Veranstaltung mit dem Ministerpräsidenten gab es zunächst noch einige Aufregung. Reinigungskräfte hatten morgens im Klinikum einen herrenlosen Koffer entdeckt. Weil zunächst kein Besitzer ausfindig gemacht werden konnte, wurde die Polizei alarmiert. Vorsorglich mussten mehrere hundert Mitarbeiter und Patienten den betroffenen Gebäudebereich verlassen. Nach zwei Stunden gab es dann die Entwarnung: Eine ältere Patientin hatte den Koffer stehen lassen und vergessen.

Heidi Niemann

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