Tipps und Tricks

Stau: Runterfahren erst ab 10 Kilometern

Hannover - Stoßstange an Stoßstange, anfahren, abremsen - besonders am langen Pfingstwochenende müssen Autofahrer mit Staus rechnen. HAZ-Redakteur Kristian Teetz hat Tipps und Tricks zuammengestellt, die helfen sollen, dem Stress im Stau zu entgehen.

Um Stress im Stau zu vermeiden, hilft es, einige Vorbereitungen zu treffen und Tipps zu beherzigen.

Abfahren oder nicht?

Bei Stau die Autobahn zu verlassen lohnt sich in der Regel nicht. „Das empfehlen wir erst ab zehn Kilometer Stau und natürlich bei einer Vollsperrung“, sagt Christine Rettig, Sprecherin des ADAC Niedersachsen. „Die Ausweichstraßen sind zumeist gar nicht für viel Verkehr geeignet und deshalb sehr schnell überlastet.“ Wer auf ein Stauende zufährt, solle zudem beachten, immer gleich eine Rettungsgasse in der Mitte zu bilden. Aussteigen und das Auto verlassen solle man allerhöchstens bei einer Vollsperrung, ergänzt Thomas Läpple von der Verkehrsmanagementzentrale in Hannover. Aber auch dann ist höchste Aufmerksamkeit wichtig.

Hier kann es sich stauen

Vor allem auf den Autobahnen 1, 2 und 7 sind nach Aussage des ADAC in Niedersachsen über Pfingsten Staus zu erwarten . „Das gilt besonders an den Baustellen, etwa an der A 2 zwischen Bad Nenndorf und Wunstorf-Luthe und an der A 2 zwischen Rennau und Helmstedt-Marienborn“, sagt ADAC-Sprecherin Christine Rettig.

Zudem staue sich im südlichen Niedersachsen an der A 7 häufig der Verkehr, etwa bei Hannoversch Münden. „Weitere Brennpunkte sind die A 7 bei Soltau in Richtung Süden und am Walsroder Dreieck in Richtung Norden, wenn sich jeweils die Zahl der Spuren verringert“, sagt Rettig. Auch zwischen Nörten-Hardenberg und Seesen gebe es an der A 7 eine akute Verkehrsgefährdung. Dazu kämen Ballungsräume wie der Großraum Hamburg, mehrere Stellen an der A 1 bei Osnabrück sowie die Straßen rund um Bremen. Bundesweit gelten außer Hamburg die Räume Köln, Frankfurt und München als Stauschwerpunkte.

Wie kann man sich auf einen Stau vorbereiten?

Autofahrer sollten für sich und ihre Familien genug zu essen und zu trinken einpacken. „Auch Spiele, Hörbücher oder andere Ablenkungen für Kinder sind wichtig“, sagt Rettig. Im Stau sollten möglichst alle die Ruhe bewahren. „Der Streit mit dem Partner auf dem Beifahrersitz ist eine der häufigsten Unfallursachen“, sagt Stauforscher Prof. Michael Schreckenberg.

Welche Alternativen gibt es?

Wer kann, sollte frühmorgens, spätabends oder gar nachts fahren. „Das setzt aber voraus, dass man ausgeruht ist“, sagt Stauforscher Schreckenberg. „Am Freitag noch zu arbeiten und danach loszufahren ist nicht sinnvoll. Das ist zu gefährlich“, sagt der Wissenschaftler der Universität Duisburg-Essen. Vor allem, weil die Konzentration in der Dunkelheit extrem nachlasse. Er rät zudem davon ab, im Stau ständig die Fahrbahn zu wechseln. „Viele denken, dass sie dann schneller vorankommen. Das ist aber ein Trugschluss. Nach einer halben Stunde sind zumeist immer noch dieselben Autos neben einem“, sagte Schreckenberg. Stattdessen habe ein solches Verhalten starke Auswirkungen auf den Verkehr dahinter. „Es entstehen regelrechte Stauwellen durch diese Spurenwechsel.“

Helfen Fernbusse weiter?

Fernbusse sind eine Alternative zu Zügen, die ausfallen. Aber sie müssen natürlich auch auf der Straße fahren. Unternehmen wie Mein Fernbus – Flixbus und Postbus verzeichnen seit Streikbeginn eine Vervierfachung der Buchungen. „Wir raten unseren Kunden zu Pfingsten, dass sie frühzeitig buchen und nicht erst am Schalter kurz vor der Fahrt“, sagt Sprecherin Britta Töllner. „Dann können wir rechtzeitig reagieren und gegebenenfalls weitere Busse zur Verfügung stellen.“

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