Naturhistorie

Stein beweist Eiszeit in Niedersachsen

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Foto. Ein Gletscher in der Antarktis – so könnte es in Niedersachsen während der Eiszeit ausgesehen haben.

Hannover - Über der niedersächsischen Landschaft lag während der Eiszeit ein sehr viel dickerer Gletscher als bislang bekannt. Das beweist ein 170 Kilogramm schwerer Stein, den ein Hobby-Geologe im Februar auf dem Deister bei Hannover entdeckt hat.

Wissenschaftler haben nun herausgefunden, dass der Findling ursprünglich in Skandinavien lag.Die Gletschermassen der Eiszeit haben ihn nach Angaben der Naturhistorischen Gesellschaft Hannover (NGH) vor mindestens 120.000 Jahren bis ins heutige Niedersachsen auf den Deister gebracht. „Das ist eine Sensation“, sagte Annette Richter vom Landesmuseum in Hannover am Donnerstag. Bisher galt der Deister als der nördlichste eisfreie Höhenzug.

Auch für die Höhe des Eises über dem flachen Land ergeben sich damit neue Erkenntnisse: Mehrere hundert Meter dick könnte die Eisschicht einmal dort gewesen sein, wo jetzt Hannover liegt. „Da sind sich die Glaziologen aber noch nicht einig“, erklärte Richter. Die Schätzungen reichten von 100 Meter bis fast einen Kilometer. Der Stein soll laut der NGH mehr als 510 Millionen Jahre alt sein.

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