10.000 Arbeitsplätze bedroht

Stephan Weil: Offshore-Branche an der Küste akut gefährdet

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Foto: Fehlende Planungssicherheit für Investoren gefährdet nach Ansicht von Niedersachsens Ministerpräsident Weil (SPD) die rund 10.000 Arbeitsplätze der norddeutschen Offshore-Industrie.

Hannover - Norddeutschlands Offshore-Industrie droht nach Ansicht von Niedersachsens Ministerpräsident Weil ein Kompetenz- und Jobverlust. Grund sei mangelnde Planungssicherheit für Investoren. Die Industrie Warnt vor Milliardenkosten wegen mangelnder Koordination.

Fehlende Planungssicherheit für Investoren gefährdet nach Ansicht von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) die rund 10 000 Arbeitsplätze der norddeutschen Offshore- Industrie. „Es bestätigt sich eine Befürchtung, die wir vor mehreren Monaten schon geäußert haben: dass es sich um eine Krise der gesamten Offshore-Branche handelt“, sagte Weil der Nachrichtenagentur dpa. Damit drohe der Verlust eines nötigen Bausteins der Energiewende. „Die Branche ist in einer substanziellen Gefahr“, so der Politiker.

Es sei in mehrfacher Hinsicht unerträglich, wenn gerade Deutschland Kompetenz in einer Zukunftsindustrie verlöre. „Wir dürfen es nicht zulassen, dass es zu einem ökonomischen Fadenriss kommt.“ Auch eine am Donnerstag veröffentlichte Studie im Auftrag des Netzbetreibers Tennet warnt vor Milliardenkosten im Offshore-Bereich wegen mangelnder Koordination. Der schleppende Ausbau der Offshore- Windkapazität hinke hinter der bereits errichteten Netzanbindung her.

Weil sieht das ähnlich: Obwohl der Netzausbau vorangehe, fänden sich zur Zeit keine Investoren im Offshore-Bereich. Er hält der Bundesregierung verwirrende Signale vor. Die beschlossene Strompreis-Bremse habe sich als schlimmes Eigentor erwiesen. „Es gibt eine mit Händen zu greifende Unsicherheit bei potenziellen Investoren; da ist ja zum ersten Mal signalisiert worden: Wir sind im Zweifel auch bereit, in bestehende Rechte einzugreifen.“

Vor allem bei den Banken habe sich dieser Eindruck festgesetzt. Die Finanzierung von Windparks sei daher heute weitaus schwieriger als noch vor Monaten. Er rief Berlin auf, zumindest kurzfristig die bestehenden Bedingungen der Offshore-Industrie bis mindestens 2016 festzuschreiben. Bei Investitionssummen von mehr als einer Milliarde Euro gelte es, auch lange Vorlaufzeiten zu berücksichtigen. Wenn die Industrie nicht mehr handlungsfähig sei, seien viele Energieprojekte noch schwieriger umzusetzen als bisher schon. Weil: „Wir müssen höllisch aufpassen, dass die Offshore-Industrie diese Delle übersteht und die Energiepolitik endlich wieder Tritt fasst.“

dpa

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