Verluste bei den Jungen

Störche brüten vermehrt

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Zwei Weißstörche hocken in ihrem Nest in Wahrenholz im Landkreis Gifhorn. Die Störche machen sich langsam auf Richtung Süden, um in wärmen Gefilden zu überwintern.

Hannover - Die Störche machen sich auf in Richtung Süden. Lange gab es nicht mehr so viele Brutpaare in Niedersachsen wie jetzt, doch für die Jungstörche war es nicht überall ein gutes Jahr.

In diesem Sommer haben in Niedersachsen so viele Störche gebrütet wie lange nicht mehr, doch gab es regional große Verluste bei den Jungvögeln. Das haben erste Zählungen des Naturschutzbundes Nabu ergeben. "Die Zahl der Storchenpaare hat sich weiter erhöht und ist wieder auf einem Stand, wie wir ihn zuletzt vor mehreren Jahrzehnten hatten", sagte Hans-Jürgen Behrmann, beim Nabu zuständig für den Weißstorchschutz in Celle und Gifhorn. "Bei den flügge gewordenen Jungstörchen gibt es aber regional erhebliche Unterschiede", sagte er. Viele seien bei der Schlechtwetterfront Ende Mai mit kaltem Dauerregen erfroren, vor allem in den Regionen Göttingen, Braunschweig und Celle.

"Im Kreis Gifhorn haben wir mit 44 Paaren acht mehr als im Vorjahr", berichtete Behrmann. 65 Jungstörche seien durchgekommen, vier mehr als im vergangenen Jahr. "Pro Nest ist die Zahl der Jungstörche in den vergangenen Jahren rückläufig, weil sich immer mehr Paare die vorhandene Nahrung teilen müssen", erläuterte er. Im Landkreis Celle seien es 15 Paare mit insgesamt 14 flüggen Jungen gewesen, im Jahr zuvor 17 Brutpaare mit 22 Jungstörchen. Im Landkreis Osterholz waren es diesmal 22 Paare und 31 flügge gewordene Störche.

Noch ist nicht überall gezählt worden. Erst Ende September liegen der Nabu-Landesarbeitsgemeinschaft Weißstorchschutz Niedersachsen und Bremen alle Brutergebnisse vor. 2013 wurde eine Rekordzahl von 653 Paaren ermittelt, 1084 Jungstörche wurden flügge. "Der Hauptgrund für die Aufwärtsentwicklung ist, dass immer mehr von den Westziehern in Spanien überwintern. Das hat wesentlich geringere Verluste zur Folge", sagte Behrmann. "Eine Gefahr in den Überwinterungsgebieten und auch weiter bei uns sind Stromleitungen und nicht gesicherte Masten." Im Kreis Gifhorn kamen gerade zwei Jungstörche auf einem Abspannmast ums Leben gekommen."In unserem Bereich haben wir 37 Brutpaare gezählt. Das sind die meisten seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahre 1970", sagte Hubert Horn, Storchenbetreuer im Landkreis Lüneburg. "Wir hatten am Ende 69 Jungstörche - nur 2004 hatten wir mit 77 Jungvögeln noch mehr."

In den Regionen Hannover und Nienburg hat sich die Zahl der Paare weiter erhöht. "Bei den Paaren ist die Entwicklung weiter sehr positiv. Beim Nachwuchs war es in der Region Hannover weniger gut", sagte Reinhard Löhmer, Naturschutzbeauftragter für die Weißstorchbetreuung der Region Hannover. So hätten dort die 45 Paare 56 Junge durchgebracht, ein Schnitt von nur 1,2 Jungvögeln pro Nest. Der langjährige Mittelwert beträgt dagegen 1,8 Junge. Löhmer macht das schlechte Wetter verantwortlich und ist optimistisch: "Wir müssen uns wegen der kommenden Jahre keine Sorgen machen."

dpa

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