Leer

Wer stopft das Loch im Emstunnel?

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Seit gut einer Woche dringt Wasser aus einem Loch in die Südröhre des Tunnels.

Leer - Es ist der dritte Versuch. Aber ob es wirklich der letzte sein wird, ist noch unklar: Am Mittwochabend haben Arbeiter erneut das Loch im Emstunnel bei Leer abgedichtet. Sie pressten Kunstharz in das Leck – jetzt heißt es warten.

„Wir müssen uns bis zum frühen Morgen gedulden, ehe wir wissen, ob es hält“, sagte Joachim Delfs, Leiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Oldenburg. Überprüft werden muss, ob der Kunstharz aushärtet oder durch das Wasser wieder ausgespült wird.

Seit Freitag vergangener Woche dringt Wasser aus einem Loch, das einen guten Meter unterhalb der Fahrbahn liegt, in die Südröhre des Tunnels. Im Schnitt waren es 500 Liter Wasser in der Minute, die die Feuerwehr im Akkordtempo abpumpen musste, zwischenzeitlich waren es am Montag sogar 700 Liter. Die Fahrbahn wurde überflutet und der Tunnel musste kurzzeitig vollgesperrt werden. Ansonsten war der knapp ein Kilometer lange Tunnel aber die meiste Zeit auf beiden Seiten befahrbar, wenn auch oft nur einspurig. Der Emstunnel ist Teil der Autobahn 31. Zunächst hatte die Feuerwehr befürchtet, dass das Wasser noch aus einem zweiten Loch ströme. Doch dies erwies sich als Irrtum.

Vorher hatten sich Techniker bemüht, das Leck mit einem Zwei-Komponenten-Kleber zu schließen – jedoch vergeblich. Der Wasserdruck war zu hoch, sodass die beiden Komponenten sich nicht verbinden konnten. Die Feuerwehr war laut Sprecher Dominik Jansen 75 Stunden im Dauereinsatz. Eine Pumpenfirma, die die Helfer ablösen sollte, hatte erst die falschen Rohre mitgebracht, dann war auch noch eine Pumpe beschädigt worden.

Das Loch, das einen Durchmesser von mehr als fünf Zentimeter haben muss, war bei Sanierungsarbeiten an der 25 Jahre alten Unterführung entstanden. Vermutlich hatte ein Bohrer die Außenhaut des Tunnels zerstört, weil sich eine Dichtplatte verschoben hatte. Zwar hatte die Feuerwehr festegestellt, dass mit dem Wasser auch Sand ausgespült worden war, wie Sprecher Jansen sagte. Der Tunnel stehe trotzdem sicher, beteuerte Delfs von der Straßenbaubehörde. Wie groß die Schäden (auch am Unterbau des Tunnels) tatsächlich seien, lasse sich vermutlich erst in zwei bis drei Wochen feststellen, sagte Jansen.

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