Schwarzgeld

Strafanzeige sorgt im Steuerfall Hoeneß für Wirbel

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München - Verwirrung in der Steueraffäre Hoeneß: Der Bayern-Manager habe eine Strafanzeige gegen die Staatsanwaltschaft gestellt, titelte die Nachrichtenagentur dpa am Nachmittag - doch wenig später folgte die Korrektur: Nicht Hoeneß selbst sondern Münchener Rechtsanwälte gehen auf eigene Initiative gegen die Behörden vor.

In der Steueraffäre um Uli Hoeneßhat eine Münchener Rechtsanwaltskanzlei mit einer Strafanzeige gegen unbekannte Beamte der Münchner Staatsanwaltschaft für weiteren Wirbel gesorgt. Die Kanzlei begründete ihr Vorgehen am Montag damit, dass die Selbstanzeige des Bayern-Präsidenten öffentlich geworden war und damit das Steuergeheimnis verletzt worden sei.

Zunächst hatten die Rechtsanwälte den Eindruck erweckt, sogar im Auftrag von Hoeneß zu handeln. Die Nachrichtenagentur dpa verbreitete die Nachricht in diesem Sinne - und musste ihre Meldung später zurückziehen. Auch HAZ.de hatte - wie zahlreiche andere Medien - die dpa-Meldung übernommen.

Die Rechtsanwälte korrigierten das Missverständnis später und erklärten, die Anzeige sei "allein unsere eigene Initiative". Die Staatsanwaltschaft München II konnte den Eingang der Anzeige zunächst nicht bestätigen. Sie ermittelt gegen Hoeneß wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung. Die Münchner Rechtsanwälte mahnten bei den Ermittlern Objektivität im Fall Hoeneß an und warnten auf Nachfrage vor einem "Sittenverfall".

Die Staatsanwaltschaft muss entscheiden, ob sie gegen den Bayern-Präsidenten Anklage erhebt oder ob die Selbstanzeige am Ende doch wie von ihm erhofft strafbefreiend wirken kann.

Mitte April war bekannt geworden, dass Hoeneß sich zu Beginn des Jahres selbst wegen Steuerhinterziehung angezeigt hat. Er soll Geld in der Schweiz vor dem deutschen Fiskus versteckt haben. Dies hatte eine Diskussion über die Glaubwürdigkeit des Bayern-Präsidenten ausgelöst. Auch eine politische Debatte entbrannte - über den Umgang mit Steuersündern und dem gescheiterten Steuerabkommen mit der Schweiz.

dpa/rah

Der Artikel wurde aktualisiert.

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