Kennzeichnung von Pferden

Streit um Brandzeichen

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Foto: Ein Zeichen auf den Hinterschenkel: Wie die Tiere in Zukunft gekennzeichnet werden, darüber entscheidet die Politik.

Hannover - Es gibt Streit um die Kennzeichnung von Pferden. Brandzeichen oder ein eingepflanzter Chip - darüber gehen die Meinungen auseinander. Jetzt rumort es auch in der Regierung. Und Niedersachsen fürchtet um seine Marken-Pferde.

Brandzeichen auf dem Hinterschenkel - oder doch lieber ein eingepflanzter Chip zur Kennzeichnung von Pferden: Dieses Thema löst jetzt auch Streit in der Bundesregierung aus. Mehrere Bundesminister lehnen den Gesetzesvorstoß von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) ab, den so genannten Schenkelbrand zu verbieten. Es geht dabei um eine Abwägung zwischen traditioneller Kennzeichnung und dem Schutz der Tiere vor der schmerzhaften Prozedur mit dem Brenneisen.

Ebenso wie in Schleswig-Holstein, Sitz berühmter Trakehner-Gestüte, mag man sich auch in Niedersachsen nicht so recht vom Brandzeichen trennen. „Niedersachsens Pferde sind auf der ganzen Welt berühmt und die Zucht ist ein wichtiger Wirtschaftszweig. Die Herkunft der Tiere muss einwandfrei nachweisbar sein“, sagte Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister. Das Brandzeichen sei nicht nur Tradition, sondern auch ein Markenzeichen, sagte sein Regierungssprecher Franz Rainer Enste am Sonntag. Das Kennzeichnungsverfahren müsse noch weiter erforscht werden, solange sollten die Brandzeichen bleiben, so Enste.

Ginge es nach Niedersachsens Zuchtverbänden könnte das für immer so sein. Sie argumentieren, dass Brandzeichen fälschungssicherer als Chipeinpflanzungen und sogar weniger schmerzhaft für die Tiere seien.

Das sieht die Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner anders: Sie wies darauf hin, dass die Kennzeichnung von Pferden mit einem eingesetzten Mikrochip seit Jahren vorgeschrieben sei. Die bisherige Ausnahmeregelung für Brandzeichen sei deshalb „hinfällig“. „Der Tierschutz hat für die Bundesregierung hohe Priorität“, sagte sie. Ob ihre Reform in der Fraktion eine Mehrheit erhält - dieser Plan wird zunehmend schwerer.

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