Brüder vor Gericht

Strenge Sicherheitsvorkehrungen bei Prozess zu Polizistenmord in Augsburg

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Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen hat am Donnerstag der Polizistenmordprozess in Augsburg begonnen.

Augsburg - Im Oktober 2011 wird ein Streifenpolizist in einem Augsburger Wald erschossen. Nun müssen sich zwei Brüder vor Gericht verantworten. Laut Anklage handelt es sich um Schwerverbrecher, die bereits etliche Raubüberfälle verübt haben.

Unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen hat am Donnerstag der Prozess gegen die beiden mutmaßlichen Augsburger Polizistenmörder begonnen. Die 57 und 59 Jahre alten Männer sollen im Oktober 2011 den Beamten Mathias Vieth bei einer Kontrolle erschossen und dessen Kollegin durch einen Streifschuss verletzt haben. Schon vor Verlesung der Anklageschrift wurde die Verhandlung wegen eines Antrags der Verteidiger unterbrochen. Die Anwälte wollten erreichen, dass ihren Mandanten während des Prozesses die Fußfesseln abgenommen werden. Die Strafkammer des Augsburger Landgerichts entschied aber nach Beratungen, dass die permanente Fesselung angesichts der schweren Tatvorwürfe notwendig und angemessen sei.

Die Brüder sollen den 41 Jahre alten Polizisten erschossen haben, weil die Streife die Männer bei den Vorbereitungen eines Raubüberfalls überrascht habe. Die Männer sollen schwer bewaffnet auf einem gestohlenen Motorrad geflüchtet und dann mit der Maschine in einem Wald gestürzt sein. Dann waren laut Anklage die tödlichen Schüsse gefallen.

Die Brüder sind wegen Mordes, versuchten Mordes, mehrerer Raubüberfälle seit 1999 und Waffendelikten angeklagt. Das Verfahren dürfte ein reiner Indizienprozess werden, das Gericht hat deswegen bis Jahresende fast 50 Verhandlungstage geplant. Die Kammer hat ferner ungewöhnlich strenge Sicherheitsvorschriften für die Verhandlung erlassen. So werden alle Zuschauer vor Betreten des Saals penibel durchsucht, sieben Polizisten bewachen die beiden Angeklagten auf ihrer Anklagebank.

Der 57-jährige Bruder beschwerte sich bei den Richtern über die Behandlung auch in der Untersuchungshaft und kündigte an, dass er deswegen keinerlei Fragen beantworten werde.

dpa

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