Schnee auf dem Brocken

Sturmtief „Gonzalo“ sorgt für Wetterumschwung

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Foto: Dieser Fuchs ahnt es bereits: Die kalte Jahreszeit hat begonnen.

Schierke - Schnee und Sturmböen haben das T-Shirt-Wetter vertrieben: Das Sturmtief „Gonzalo“ hat in Deutschland für einen Wetterumschwung gesorgt. Auf dem Brocken sind in der Nacht zum Mittwoch drei Zentimeter Schnee gefallen.

Nach minus einem Grad in der Nacht seien die Temperaturen inzwischen aber wieder im Plusbereich, sagte Matthias Glenk von der Wetterwarte auf dem höchsten Berg inNorddeutschland. Voraussichtlich bis Mittag oder bis zum frühen Nachmittag bleibe der Schnee noch liegen. Den ersten Schneeschauer der Saison hatte es laut Glenk schon im September gegeben, der sei aber sehr kurz gewesen und habe viel weniger weiße Pracht gebracht als jetzt.

Das Sturmtief „Gonzalo“ hat Millionenschäden in Deutschland angerichtet. Mehrere Menschen wurden verletzt. Nach dem goldenen Oktober rauschten in weiten Teilen des Landes die Temperaturen in den Keller. Das Unwetter sorgten vor allem im Süden für Verkehrsbehinderungen. An der Nordsee drohte eine Sturmflut, in den Mittelgebirgen fielen die ersten weißen Flocken.

Vor allem in Bayern und Baden-Württemberg richteten Unwetter Schäden in Millionenhöhe an. Feuerwehr und Polizei rückten zu Hunderten Einsätzen aus, Bahnverbindungen waren wegen umgestürzter Bäume gesperrt. Im Schwarzwald kollidierte ein Regionalexpress mit einem Baum. In Aalen durchschlug eine umfallende Eiche die Windschutzscheibe eines vorbeifahrenden Autos. Der 45-jährige Fahrer wurde schwer verletzt.

Nach Starkregen und heftigen Windböen mussten zwei Flüchtlingszelte in Nürnberg geräumt werden. Die Unterkünfte seien derart demoliert worden, dass sie unbewohnbar wurden, sagte ein Sprecher des Flüchtlingsrates. Die durchnässten Bewohner seien in andere Unterkünfte - ein anderes Zelt und ein ehemaliges Möbelhaus - gebracht worden. In Wiernsheim (Baden-Württemberg) evakuierten Einsatzkräfte eine Asylbewerberunterkunft für einige Zeit - 20 Menschen wurden in einer Sporthalle untergebracht.

An der Nordseeküste wurde die erste Sturmflut der Saison erwartet. Für den Hamburger Stadtteil St. Pauli rechneten Experten bis zu 2,50 Meter. „Das wäre dann schon eine schwere Sturmflut“, sagte ein Mitarbeiter des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH). Die Fähren zu den ostfriesischen Inseln nach Borkum, Norderney und Langeoog unterbrachen zeitweise ihren Betrieb. In den Niederlanden wurden die Fähren zu den Wattenmeerinseln eingestellt. Als Sturmflut gilt ein Wasserstand von 1,50 bis 2,50 Metern über dem durchschnittlichen Hochwasser.

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Meteorologen sagen für die kommenden Tage einen Herbsteinbruch vorher. Bis Freitag wird oberhalb von 1500 Metern bis zu einem Meter Schnee erwartet. Die Experten rechnen aber in nächster Zeit nicht wieder mit heftigen Winden. „Solche Stürme und Kaltlufteinbrüche im Herbst passieren eigentlich im Schnitt jedes Jahr ein- bis zweimal“, betonte Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach. Der jüngste Wetterumschwung sei nicht untypisch. „Was wir jetzt erleben, ist eigentlich eine Rückkehr zur Normalität in dieser Jahreszeit“, sagte Friedrich.

dpa

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