Orkanartige Böen

Sturmtief hat Niedersachsen im Griff

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Foto: Am späten Dienstagnachmittag stellte die Bahn in ganz Niederachsen den Regionalverkehr ein.

Hannover - Umgekippte Bäume, Strandkörbe und Zelte: Orkanartige Böen haben auf ihrem Weg quer durch Niedersachsen vielerorts Schäden hinterlassen. Trotz drastischer Szenen wurde bisher niemand ernsthaft verletzt.

Das Sturmtief „Niklas“ ist mit orkanartigen Böen durch ganz Niedersachsen gewirbelt und hat viele Schäden angerichtet. Am späten Dienstagnachmittag stellte die Bahn in ganz Niederachsen den Regionalverkehr ein. Ausgenommen sei der Streckenbereich im Harz-Weser-Netz im südlichen Niedersachsen, teilte die Bahn mit. Am früheren Nachmittag war bereits der S-Bahn-Verkehr im Raum Hannover eingestellt worden.

Bäume stürzen auf Intercity-Zug nahe Osnabrück

Als Grund dafür gab die Bahn diverse Unwetterschäden an. So waren am Nachmittag mehrere Bäume auf einen Intercity-Zug nahe Osnabrück gestürzt. Von den rund 350 Insassen wurde nach Angaben der Bundespolizei aber niemand verletzt.

Glück hatten auch Bahn-Fahrgäste bei Coppenbrügge im Landkreis Hameln-Pyrmont: Ihr Regionalzug fuhr auf umgestürzte Bäume, ohne dass sich jemand verletzte. Landesweit kam es im Bahnverkehr zu erheblichen Verspätungen. Am Hauptbahnhof Hannover warteten zahlreiche Menschen auf ihre Anschlusszüge.

Dramatisch sah es zeitweise auf der Autobahnbrücke der A29 bei Oldenburg aus. Es bestand die Gefahr, dass ein umgewehter Anhänger von der 26 Meter hohen Huntebrücke in den Fluss stürzt. Helfer konnten das Gespann rechtzeitig bergen. Umgestürzte leere Lastwagen und Anhänger wurden auch an anderen Stellen zu Gefahren.Polizei und Feuerwehren mussten immer wieder Unfallstellen absichern oder sperren. Von der Küste bis zum Harz blockierten immer wieder umgestürzte Bäume den Verkehr oder gefährdeten Gebäude. Aus Sicherheitsgründen blieben der Zoo in Hannover und das Bremer Volksfest Osterwiese geschlossen. Auf dem Campingplatz in Schillig (Kreis Friesland) stürzten Zelte ein. Dort sorgten sich Gäste auch um die Campingwagen angesichts des bevor stehenden Nachthochwassers.

Leichte Sturmflut erwartet

In der Nacht zum Mittwoch wurde zwischen Emden und Cuxhaven mit einer leichten Sturmflut gerechnet. Der höchste Wert sollte in Emden mit 1,5 Meter über dem mittleren Tidehochwasser liegen, sagte der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) im ostfriesischen Norden voraus.Im Fährverkehr zu den ostfriesischen Inseln von Borkum bis Wangerooge kam es zu Einschränkungen. Schiffe fielen aus oder konnten erst später ablegen. Die Verbindung zwischen Cuxhaven und der Hochseeinsel Helgoland fiel komplett aus.

Mit Spitzenböen von rund 150 Kilometern pro Stunden ist Sturmtief „Niklas“ am Dienstag zum Orkan geworden. Es sei einer der stärksten Stürme der vergangenen Jahre, sagte Meteorologe Lars Kirchhübel vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Der Wetterdienst warnte für Hochlagen des Harzes vor extremem Unwetter. Der Sturm könne Bäume entwurzeln, Gegenstände durch die Luft wirbeln und schwere Schäden an Gebäuden verursachen.

dpa

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