Ab 2050 nehmen in Stuttgart die Hitzetage dramatisch zu

Klimawandel: Experten fürchten demnächst Hitze-Hölle in Stuttgart

Stuttgart und der Klimawandel: Klimaprognosen zu Deutschlands Großstädten haben es in sich. So reagieren die Verantwortlichen.

Es war der schlechteste Sommer seit Jahren*. Nicht nur Baden-Württemberg und seine Landeshauptstadt Stuttgart hatten mit reichlich Regen zu kämpfen, auch für den Rest von Deutschland ist die vermeintlich wärmste Jahreszeit ins Wasser gefallen, wie echo24.de* berichtet hat. Mit Blick auf den Klimawandel gibt‘s jetzt vom Deutschen Wetterdienst (DWD) eine heiße Klimaprognose für die Zukunft.

Wie die Stuttgarter Nachrichten in einem aktuellen Bericht schreibt (Artikel hinter der Bezahlschranke), habe der Hitzerekord-Sommer aus dem Jahr 2003 gezeigt, wie gefährlich extreme Temperaturen für den Menschen sein können. Demnach kamen damals laut statistischer Auswertung durch Klimaforscher allein in Deutschland 8.000 Menschen ums Leben.

Stuttgart droht Höllen-Hitze: Klimawandel treibt Temperaturen hoch

Besonders Städte waren von der Höllen-Hitze betroffen. Das Problem: Durch die dichte Bebauung und die wenigen Flächen mit Pflanzen und Wasser heizen sich Städte wie Stuttgart noch mehr auf und können über die Nacht nur schwer abkühlen. Wie der DWD in einer Untersuchung veröffentlichte, kam die Landeshauptstadt Baden-Württembergs 2003 auf ganze 28 Hitzetage. An diesen stieg die Temperatur auf über 30 Grad.

Und die Liste solcher Hitzetage geht in der Folge für Stuttgart weiter. 2015 waren es den DWD-Ergebnissen zur Folge 27 Tage. An einem überstieg die Temperatur sogar die Marke von 38,8 Grad - Rekord seit Beginn der Wetterstatistik. 2018 verzeichnete die Großstadt dann 29 heiße Tage - auch ein Rekord.

Der Sommer 2021 fällt dabei stark ab. Schlappe vier Hitzetage hat‘s gegeben. Eine Tatsache, die in Zukunft wohl nicht mehr vorkommen könnte. Stimmen die Klimaprognosen der Wetter-Experten, dann wird es ungemütlich in Stuttgart. Ab 2050 drohen 70 Tage pro Jahr mit über 30 Grad. Eine Studie des Deutschen Wetterdienstes und der Landesumweltämter aus dem Jahr 2017 zeigt die kommenden Höllen-Hitzetage auf.

Stuttgart hat ein Kessel-Problem: So erklärt‘s der Experte

Gegenüber der Stuttgarter Nachrichten spricht der Freiburger DWD-Meteorologe Andreas Matzarakis über weitere hitzige Probleme und erklärt, dass „besonders in den Städten auch die Zahl der tropischen Nächte zunimmt, an denen die Temperatur nicht unter 20 Grad sinkt“.

Deutscher Wetterdienst (DWD)

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) ist eine Bundesoberbehörde mit Sitz im hessischen Offenbach am Main. Er ist mit seiner Arbeit Teil des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur. Diese Behörde ist der nationale zivile meteorologische Dienst der Bundesrepublik Deutschland. Seine Aufgabe ist es, meteorologische Dienstleistungen (Wettervorhersage) für die Allgemeinheit oder einzelne Nutzer zu erbringen.

Stuttgart zählt unter den Großstädten in Deutschland bereits jetzt zu dem wärmsten. Für die hohen Temperaturen sorgt die besondere Kessellage. In dem DWD-Bericht von 2003 heißt es: „Der Stuttgarter Kessel ist der wärmste und trockenste Teil des Neckarbeckens. Die aufgrund der Kessellage geringe Windgeschwindigkeit fördert die Ausbildung von lokalen, thermisch induzierten Windsystemen, die für die Belüftung der Stadt eine wichtige Rolle spielen.“ Im Vergleich sollen es für Berlin ab 2050 nur 20 Hitzetage pro Jahr werden.

Der Klimawandel und die Lösungen für Stuttgart

Ganz hilflos möchte man sich in Stuttgart der drohenden Hitze nicht ergeben. Wie die Stadt auf ihrer Internetseite schreibt, hat man bereits viel auf den Weg gebracht und „arbeitet immer weiter an bestehenden oder neuen Konzepten und Projekten – wie das Klimaschutzkonzept (KLIKS) oder das Klimawandel‐Anpassungskonzept Stuttgart (KLIMAKS).“

Konkrete Maßnahmen der Stadt Stuttgart:

  • Grünflächen erhalten und vergrößern
  • bauliche Maßnahmen bei städtischen Hochbauten
  • Verkehrsgrün, begrünte Stadtbahngleise, Dachbegrünungen
  • Frischluftschneisen und Luftaustauschbahnen sichern

Aufbauend auf der Deutschen Anpassungsstrategie der Bundesregierung an den Klimawandel umfasst das Konzept KLIMAKS der Stadt Stuttgart rund 50 Maßnahmen, die für die Landeshauptstadt von Baden-Württemberg* konkretisiert wurden. Schwerpunkte: „Im Vordergrund steht dabei insbesondere der Umgang mit zunehmender thermischer Belastung, aber auch die Anpassung an die Zunahme der Häufigkeit von Starkwindereignissen“. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Bernd Weissbrod/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare