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Unwetter-Katastrophe in Südafrika: Mehr als 250 Tote nach Starkregen und Überflutungen

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Von: Patrick Huljina

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Unwetter und heftige Regenfälle hinterlassen in Südafrika eine Spur der Zerstörung. Bislang wurden mehr als 300 Todesopfer gemeldet, viele weitere gelten als vermisst.

Update vom 14. April, 14.37 Uhr: Zwei Tage nach den verheerenden Überschwemmungen in Südafrikas Küstenprovinz KwaZulu-Natal suchen Rettungskräfte und freiwillige Helfer weiterhin nach möglichen Überlebenden. Mehr als 300 Todesopfer wurden bisher gemeldet, viele weitere Menschen gelten noch als vermisst. In der Hafenstadt Durban und der Metropolregion Ethekwini wurden laut Behörden tausende Wohnungen und rund 250 Schulen schwer beschädigt. Die Infrastruktur ist teilweise gänzlich zerstört.

Die Regierung rief den Notstand aus und versprach rasche Hilfe. Vielen Betroffenen fehlt es weiter an Wasser und Strom, nur wenige Straßen und Wege konnten bis Donnerstag (14. April) freigelegt werden. In einem öffentlichen Hilfeaufruf bat die Provinzregierung um Spenden von nicht verderblichen Lebensmitteln und Trinkwasserflaschen sowie von Kleidung und Decken. Im Internet berichteten User von ersten Supermarkt-Plünderungen.

Erstmeldung vom 13. April: Durban - Überschwemmte Straßen, eingestürzte Häuser und Brücken, Schlammlawinen, reißende Wasserströme: Ungewöhnlich heftige Niederschläge haben in Südafrikas* Küstenregionen für Chaos, Verwüstung und viele Todesfälle gesorgt. Bis Dienstagabend (12. April) seien im Großraum Durban rund 253 Tote in Leichenhallen gebracht worden, erklärte die Gesundheitsministerin der Provinz KwaZulu-Natal, Nomagugu Simelane, am Mittwoch (13. April) in einem Fernsehinterview.

Unwetter-Katastrophe in Südafrika: Mehr als 250 Tote – viele Menschen vermisst

Die Todeszahlen infolge des extremen Wetters* gelten allerdings nur als vorläufig. Denn: es werden noch viele Menschen vermisst. Zur Katastrophenhilfe wurde auch das Militär mobilisiert. Südafrikas Staatspräsident Cyril Ramaphosa besuchte die überschwemmten Gebiete am Mittwoch. „Wir sehen solche Tragödien sonst in anderen Ländern wie Mosambik und Simbabwe, aber jetzt sind wir die Betroffenen“, sagte er. Ramaphosa sprach mit betroffenen Familien und sicherte ihnen staatliche Unterstützung zu. „Auch wenn eure Herzen schmerzen, wir sind für euch da“, so der Präsident.

Die Bergungsarbeiten gestalteten sich bislang schwierig. Viele Straßen wurden nach den starken Regenfällen weggespült. Durch Erdrutsche und eine marode Infrastruktur sind zudem Hunderte Funkmasten ausgefallen. „Wir waren alle überrascht von der Heftigkeit dieses Sturms“, sagte am Dienstag der Bürgermeister der Ethikwini-Region rund um die Hafenstadt Durban, Mxolisi Kaunda. „Es gibt sehr viele Schäden, die Fluten sind überall.“ Die Stadt habe Gemeindezentren als Notunterkünfte für die Opfer geöffnet. Die Sachschäden werden in Millionenhöhe geschätzt. In Durban und den umliegenden Gebieten wurden nach Angaben der Behörden mehr als 2000 Häuser und 4000 Hütten beschädigt.

Verwüstung nach Starkregen in Südafrika
Menschen überqueren auf Baumstämmen einen Fluss, nachdem eine Brücke eingestürzt ist. © Str/AP/dpa

Südafrika: Extremwetterlage sorgt für Starkregen – „das gab es hier noch nicht“

Rund 200 Millimeter Niederschläge* ergossen sich innerhalb von 24 Stunden über der Region, berichtete André de Ruyter vom Stromkonzern Eskom am Dienstag. Das Wetteramt sprach an einigen Orten sogar von bis zu 300 Millimetern. In den sozialen Medien teilten Anwohner Videos von reißenden Wasserströmen in Häusern und Siedlungen sowie Bilder von feststeckenden Lastwagen oder Autos, die von den Wassermassen weggerissen wurden.

Die betroffene Provinz KwaZulu-Natal befindet sich an der Ostküste Südafrikas am Indischen Ozean. Sie ist eines der wichtigsten Urlaubsziele im Land. Viele Menschen bereiteten sich schon auf den traditionellen Osteransturm in- und ausländischer Touristen vor. Nun hat allerdings eine Extremwetterlage das Land im Griff. Sie bringt in kürzester Zeit unverhältnismäßig viel Feuchtigkeit mit sich. Weitere Niederschläge werden erwartet. Schon zu Jahresbeginn hatte es Überschwemmungen in Südafrika gegeben. „Aber so heftig wie jetzt – das gab es hier noch nicht“, sagte ein Anwohner der Deutschen Presse-Agentur. (ph mit dpa und afp) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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