Umstrittene Stromtrasse

Südlink: Tennet reicht Antrag ein

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Kritik von den Anwohnern: Auch im Raum Hildesheim gibt es, wie hier im April, Proteste gegen Südlink.

Hannover - Der Netzbetreiber Tennet will am Freitag seinen Antrag zum Bau der Stromtrasse Südlink bei der Bundesnetzagentur einreichen. Gleichzeitig wächst aber die Kritik der Kommunen.

Bei einem Treffen in Hameln wollen am Freitag weitere Landkreise eine Erklärung unterzeichnen, in der sie von Tennet mehr Transparenz einfordern. Mit dem Einreichen des Antrags, bei dem Tennet seine favorisierte Trasse inklusive 98 Alternativvorschlägen von Bürgern vorlegt, beginnt das offizielle Planungsverfahren. Die Bundesnetzagentur hat dann zwei Jahre Zeit, den Antrag zu prüfen. Ende 2016 soll es dann die Antragskonferenz geben, anschließend beginnt das Planfeststellungsverfahren. Sowohl bei der Konferenz als auch beim Planfeststellungsverfahren können sich Bürger und Kommunen zu Wort melden.

Die von der vorgeschlagenen Trasse betroffenen Landkreise wollen ungeachtet des Antrags ihren Protest ausbauen. Bislang haben sich schon neun Landkreise aus drei Bundesländern in ihrer Kritik an Südlink abgestimmt, nun kommen neun weitere Kreise hinzu. Beim Treffen wollen zum ersten Mal die niedersächsischen Landkreise Celle, Hildesheim, Verden, Rotenburg (Wümme) und der Heidekreis dabei sein. Außerdem haben die hessischen Landkreise Fulda und Main-Kinzig sowie die bayerischen Kreise Schweinfurt und Bad Kissingen ihr Kommen zugesagt. Bereits seit Monaten gibt es den Verbund der Landkreise Hameln, Holzminden, Nienburg, Schaumburg und der Region Hannover (Niedersachsen) mit den Kreisen Kassel und Schwalm-Eder (Hessen) sowie Höxter und Lippe (Nordrhein-Westfalen). Sprecher der Gruppe ist der Hamelner Landrat Tjark Bartels.

Kommunen fordern mehr Transparenz

Mit dem Treffen in Hameln soll das Werben um neue Mitglieder nicht beendet sein. Ziel sei es, weitere Landkreise entlang der 800 Kilometer langen Südlink-Trasse in das Bündnis einzubeziehen, sagte die Sprecherin des Hamelner Landkreises. Die Kommunen wollen am Freitag über ihre weitere Zusammenarbeit sprechen und anschließend eine gemeinsame Erklärung abgeben. In der soll im Wesentlichen die Notwendigkeit einer Stromtrasse nicht infrage gestellt werden, die Kreise wollen aber eine fachkundigere Planung und mehr Transparenz einfordern. Bartels hatte als Sprecher der Landkreise bereits in der Vergangenheit heftige Kritik an den Bürgergesprächen geäußert, die die Firma Tennet veranstaltet hat, um die Akzeptanz für Südlink zu erhöhen. Seiner Ansicht nach habe Tennet sich bei diesen Gesprächen zwar den Fragen und Anregungen gestellt, dabei aber den grundsätzlichen Verlauf der Trasse niemals infrage gestellt.

Von Heiko Randermann und Bernd Haase

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