Milchwunder

Super-Kuh Ria hat schon über 150 000 Liter Milch gegeben

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Landwirt Christoph Manz steht neben seiner Kuh Ria. Mehr als 150 000 Liter Milch hat das schwarz-weiße Tier schon gegeben.

Talling - Kuh Ria ist spitze. Mehr als 150 000 Liter Milch hat das schwarz-weiße Tier schon gegeben. Damit ist sie bundesweit ganz vorne. Aber was ist das Geheimnis für das Milchwunder?

Kuh Ria ist unter ihren Kolleginnen ein Star. Gut 150 000 Liter Milch hat die schwarz-weiße Holstein-Kuh in ihren 13 Lebensjahren bereits gegeben - und steht damit bundesweit ganz vorne. In Rheinland-Pfalz ist sie sogar die Nummer eins. „Es gibt momentan keine andere lebende Kuh im Land, die mehr Milch gegeben hat“, sagt Landwirt Christoph Manz auf dem Birkenhof in Talling (Kreis Bernkastel-Wittlich). Mit dieser Menge könnte man eine Gemeinde mit 1800 Einwohnern ein ganzes Jahr mit Milch und Milchprodukten versorgen, sagt der 34-Jährige.

„Ria wollte immer schon mehr Milch geben“, erzählt Landwirt Rudolf Manz (63), Vater des Juniors. Schon nach dem ersten Kalb „war sie besser als ihre Kolleginnen“. Dabei sei sie nie anders als die übrigen 160 Kühe im Hunsrück-Stall behandelt worden. Auch heute ist Ria gesund und fit: In wenigen Tagen werde sie ihr elftes Kalb bekommen. „Und hoffentlich noch lange Milch geben“, sagt der Senior.

Mit ihrer „stolzen Leistung“ stehe Ria auch bundesweit mit an der Spitze, sagt Agraringenieur Christian Riede, der beim Landeskontrollverband Rheinland-Pfalz in Bad Kreuznach für die Milchleistungsprüfung zuständig ist. Ria sei derzeit auf gutem Weg, die landesweite Rekordhalterin einzuholen: Kuh Villa aus dem Eifelort Ließem gab in ihrem 15-jährigen Leben 184 000 Liter Milch. Im Jahr 2010 war das Tier gestorben. Weltweit hält die kanadische Holstein-Kuh Smurf bei Ottawa den Rekord: Bis 2012 flossen gut 216 000 Liter aus ihrem Euter, berichtet Riede.

Was ist dann das Geheimnis für das kleine Milchwunder Ria? Die guten Gene des Tieres und Futter spielten sicher eine Rolle, meint Rudolf Manz. Hauptgrund sei aber, dass sich Ria im Stall „pudelwohl fühlt“. Sie kann sich - wie auch all die anderen Milchkühe - im Boxenlaufstall frei bewegen. Wenn sie Hunger hat, geht sie fressen. Wenn sie sich ausruhen will, legt sie sich in eine Liegebox „mit weichen Kalk-Stroh-Gemisch“ - und wenn sie gemolken werden möchte, geht sie zu einem der zwei Melkroboter. Und: Juckt der Rücken, kann sie sich an der Dreh-Bürste an einer Stallwand kratzen.

„Wir haben die Haltungsbedingungen für unsere Kühe über die Jahre immer weiter verbessert“, sagt Christoph Manz. Früher hätten Kühe ihre ganzes Leben an einer Kette auf einer Stelle im Stall gestanden. „Heute wollen wir den Tieren mehr Komfort bieten, weil wir wissen, dass die Milchleistung höher ist, wenn das Umfeld stimmt“, erklärt der 34-Jährige. Als die Kuhherde vor gut zehn Jahren in den damals neuen 30 mal 65 Meter großen luftigen Boxenlaufstall einzog, hätten die Tiere plötzlich rund 3000 Liter mehr im Jahr gegeben.

Auch die Melkautomaten, die die Familie Manz 2008 für rund 300 000 Euro im Stall installierten, hätten den Kühen gut getan, sagt Vater Rudolf. „Die Tiere entscheiden Tag und Nacht freiwillig, wann sie gemolken werden. Heißt, sie haben weniger Stress, weil sie nicht getrieben werden.“ Es sei zu merken, dass die Tiere deswegen im Stall „weniger ängstlich und schreckhaft“ seien.

dpa

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