Unterkunftskosten

Tausenden Göttinger Mietern droht der Umzug

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Foto: Für viele Bereiche insbesondere in den Städten Göttingen und Münden liegen die neuen Grenzen für Unterkunftskosten unter den Werten der Bundeswohngeldtabelle, die bislang angewandt wurde.

Göttingen - In Tausenden Haushalten rund um Göttingen sind die Mieten zu hoch. Laut einem neuen Gutachten übernehmen Stadt und Kreis in 3700 Fällen für Sozialhilfeempfänger und Langzeitsarbeitslose viel zu hohe Unterkunftskosten. Wer zu teuer wohnt, soll umziehen. Alleinerziehende sind erstmal ausgenommen.

Voraussichtlich bis zu 3700 Haushalte in Stadt und Landkreis Göttingen werden in den kommenden Monaten unangenehme Post bekommen. Darin werden sie aufgefordert, ihre Unterkunftskosten zu senken. Anlass ist ein neues Gutachten zum Wohnungsmarkt auf Basis von 18.000 Mietverhältnissen in Göttingen. Daraus resultierten neue Höchstgrenzen für die Kaltmieten, die der Landkreis für Sozialhilfeempfänger und Langzeitarbeitslose übernimmt.

Die Konsequenzen können weitreichend sein. Für viele Bereiche insbesondere in den Städten Göttingen und Münden liegen die neuen Grenzen unter den Werten der Bundeswohngeldtabelle, die bislang angewandt wurde. So wird in Göttingen für eine sogenannte Bedarfsgemeinschaft aus zwei Personen künftig statt 435 Euro nur noch 381 Euro im Monat anerkannt.

Der Verwaltung zufolge leben von 9.900 Bedarfsgemeinschaften in Stadt und Kreis 3100 in zu teuren Wohnungen. Bei 600 von ihnen wäre ein Umzug unwirtschaftlich. In allen Fällen werde aber geprüft, wenn es keine andere Möglichkeit gibt, ob ein Umzug zumutbar wäre, versicherte die Verwaltung im Kreissozialausschuss. Das Konzept sieht vor, schrittweise bis Ende 2014 vorzugehen, zuletzt bei Alleinerziehenden und Schwerbehinderten. SPD und Grüne beschlossen eine Vertagung, allerdings könnte der Kreistag höchstens ein neues Gutachten in Auftrag geben. Neue Erkenntnisse müssten sofort angewandt werden, so Landrat Bernhard Reuter (SPD).

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