Feuer-Drama in Hamburg

Tödlicher Hochhaus-Brand war wohl Selbstmord

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Foto: Bei einem Brand in einem Hochhaus in Hamburg-Farmsen sind ein 83-jähriger Mann und eine 85-jährige Frau ums Leben gekommen. Sie legten das Feuer offenbar selbst.

Hamburg - Das tödliche Feuer in einem Hochhaus in Hamburg ist vermutlich von den Bewohnern selbst gelegt worden. Es scheint Spuren von Brandbeschleuniger zu geben. Auch ein Tagebuch des Ehepaares gibt den Ermittlern Hinweise.

Nach dem tödlichen Feuer-Drama in einem Hochhaus in Hamburg geht die Polizei davon aus, dass sich das Ehepaar selbst töten wollte. "Es deutet sehr, sehr viel auf erweiterten Suizid hin", sagte ein Polizeisprecher am Samstag. Es werde allerdings auch in andere Richtungen ermittelt - etwa, ob einer der beiden eines natürlichen Todes gestorben sein könnte. Die Leichen des 83-jährigen Mannes und seiner zwei Jahre älteren Frau sollten daher obduziert werden. Wann mit Ergebnissen der Rechtsmediziner zu rechnen ist, konnte der Sprecher am Samstag nicht sagen.

Ein Handwerker hatte die Flammen am Freitagmorgen im sechsten Stock des Mehrfamilienhauses bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Das Hochhaus im Stadtteil Farmsen-Berne wird gerade saniert und ist komplett eingerüstet.

Das Feuer war im Schlafzimmer der Frau ausgebrochen. Auch der Mann habe sich in dem Raum aufgehalten, berichtete der Polizeisprecher. Möglicherweise habe Brandbeschleuniger eine Rolle gespielt - das müssten Experten aber weiter untersuchen. Die Ermittler hätten zudem ein Tagebuch entdeckt, in dem es weitere Indizien gebe: "Es ist aber kein klassischer Abschiedsbrief."

In einem "Spiegel TV"-Beitrag über die Sanierung des Hauses hatte der 83-Jährige kürzlich seine Verzweiflung geschildert - und mit Selbstmord gedroht, sollten er und seine Frau aus der Wohnung ausziehen müssen. Zwischen dem Paar und dem Vermieter, der Baugenossenschaft BDS, gab es Streit. Die Genossenschaft hatte am Freitag erklärt, es gebe keinen Zusammenhang zwischen der Mietkündigung des Ehepaars im Mai und dem tödlichen Brand. Mit dem Anwalt der Mieter sei schließlich ein Vergleich erzielt worden, nach dem sie am 3. August aus ihrer Wohnung ausziehen sollten.

dpa

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