Klage nach Losgewinn

Tombolagewinner verliert Gerichtstreit um Schinken

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Klaus Schintag hälteinen Tombola-Gewinnschein über einen Schinken in der Hand. Statt der erwarteten Schweinekeule bekam Schintag aber lediglich einige Hundert Gramm Schinken für seinen Gutschein und zog nun vor Gericht.

Gifhorn - Was steht einem Tombolateilnehmer zu, wenn er „1 Schinken“ gewonnen hat? Über diese kuriose Frage entschied nun ein Gericht in Niedersachsen. Dort hatte ein Mann nach seinem Losgewinn auf die Herausgabe einer Schweinekeule geklagt.

Im Prozess um einen Schinken als Tombolagewinn hat das Amtsgericht in Gifhorn die Klage eines 62-Jährigen auf ein größeres Fleischstück abgewiesen. Das Gericht teilte am Freitag mit, dass der Kläger Klaus Schintag keinen Anspruch auf eine ganze Schinkenkeule habe. Er hatte im Oktober vergangenen Jahres bei der „Schweinetombola“ der Landjugend in Isenbüttel ein Los für „1 Schinken“ gezogen. Schintag freute sich auf eine ganze Schinkenkeule, tatsächlich sollte er jedoch nur ein Viertel davon erhalten. Nun entschied das Gericht: Bei einer nicht-staatlichen Verlosung sind die Gewinne nicht verbindlich, es handelt sich um ein Glücksspiel.

Große Enttäuschung gab es beim Kläger nach Verkündung des Urteils nicht: „Der Richter hatte seine Entscheidung ja bereits im März durchblicken lassen“, sagte Schintag. Er sehe sich jedoch als moralischer Sieger der Streitsache. „Die Frage ist, ob eine Tombola denn alles darf.“ Für Schintag und seinen Anwalt sei es im Vorfeld des Prozesses eindeutig gewesen, dass ihm eine ganze Schinkenkeule zustehe. Als er seinen Gewinn beim Metzger einforderte, habe man ihm nur einige Hundert Gramm angeboten.

Das Amtsgericht erklärte, dass die Vorstellungen von „1 Schinken“ jedoch auseinandergehen könnten. Außerdem sei der Gewinn bei einem nicht-staatlichen Losspiel auch nicht vertraglich bindend. Spielschulden seien bei Vergnügungstombolas Ehrenschulden und damit nicht einklagbar, fasste das Gericht sein Urteil zusammen. Kläger Schintag möchte seinen bisherigen Gewinn nun annehmen: „Ich hole den Schinken noch ab.“

dpa

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